Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 10 (1938)
- Issue
- 6 (9.1938)
- Date
- 1938-09-01
- Page
- Seite 12 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3133276-3139388-3139394--1374-3140904- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Den Bedingungen der Landwirtschaft im Lande entsprechend wird es immer wichtig sein, diejenige Möglichkeit für eine Ausbildung zu schaffen, die eine Gewöhnung an die harte körperliche Anforderung des Berufes mit der Vermittlung grundlegender praktisdier Fachkentnisse zu vereinen versteht und gleichzeitig theoretische Kenntnisse verleiht, welche die Auffassungskraft eines Jugendlichen ohne jegliche vorhergehende Verbindung zur Landwirtschaft nicht überschreiten dürfen. Auf dieser Grundlage weiterbauend wird Fähigkeit und Interesse des Einzelnen die Vervollkommnung im Fadie von selbst erreichen. Das Kfar Hanoar Hadati will diese Fragen in einer Form lösen, welche die Vorteile des ausgesprochenen Schulbetriebes mit denen des Erwerbsbetriebes verbindet. Um sich über die Möglichkeiten, die zu diesem Ziel führen, klar zu werden, muß allgemein festgestellt werden, daß ein Zeitraum von zwei Jahren, der der Jugendalijah für ihre Ausbildung zur Verfügung steht, sehr begrenzt ist. Die Ausbildung, die neben der eigentlichen Betätigung in der Landwirtschaft noch einen Unterricht in einer Reihe von allgemeinen und Spezialfächern vorsieht, wird zweifelsohne durch eine völlige Umstellung auf anderes Klima und fremde Lebensgewohnheit erschwert. Aufgabe der zuständigen Organisationen wird es daher sein müssen, ein drittes Lehrjahr zu ermöglichen und so die Ausbildungszeit annähernd auf den Stand in anderen Ländern zu bringen. Von entscheidender Bedeutung sind weiterhin die Form des Betriebes und die praktische Ausbildungsmethode. Während der Schulbetrieb dem Lernenden viele Möglichkeiten von Wirtschaftsformen und Arbeitsmethoden vorführt und sich dabei meist technischer und wissensdiaftlicher Hilfsmittel bedient, die oft nur Großbetrieben erschwinglich sind, soll sich die Lehrwirtschaft des Kfar Hanoar Hadati an die natürliche Möglichkeit ihrer Lage und an eine ihrer Größe entsprechende technische Ausrüstung halten. Gerade das gründliche Erfassen dieser bedingenden Faktoren wird nach den Erfahrungen das Verständnis für Abweichungen von ihnen fördern. Instruktive Besuche von anderen Betrieben werden dann diese Abweichungen noch in geeigneter Weise verständlich machen, und der eigene Betrieb wird vor Zersplitterung bewahrt. Auf diese Weise wird sich die Wirtschaft einem nach Rentabilität strebenden Wirtschaftsbetriebe nähern, aber gleichzeitig gemäß ihrer Bestimmung als Ausbildungsstätte neue Erfahrungen suchen und aufgreifen, die zur höchsten Entwicklung führen sollen. Etwa 400 Dunam anschließend an Kfar Chassidim sind dem Kfar Hanoar Hadati vom KKL. zur Verfügung gestellt worden. Diese Fläche erlaubt mit Hilfe des seit einiger Zeit reichlich erbohrten Wassers die organische Entwicklung einer gemischten Landwirtschaft in folgender Aufteilung: 175 Dunam Trockenanbau von Getreide