Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 10 (1938)
- Issue
- 6 (9.1938)
- Date
- 1938-09-01
- Page
- Seite 9 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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nach „Nacht" das Signal zu dem traditionellen Übergang zur Hawdala gibt. Bei den Worten lp'i \wn nnocn mw strahlen dann in vier Etappen die Lampen auf, bei &'«n nwo mu die große Menora auf der Bühne. Und während bisher der Chor a capella sang, begleitet jetzt nach Ende des Schabbat das Klavier zu dem Hamawdil und dem Bialikschen Lied naxSoto -my-* den Übergang zum Alltag. In diesem Saal finden — vor etwa fünfzig Hörern — morgens zwei Kurse statt: einer in Agada und einer (von R.-A. Silber) in Halacha (Gemara und Posskim). Sie haben ihr regelmäßiges Publikum. Das — leider noch immer in primitivem Zustande befindliche — Beth-Am veranstaltet in einem nach der Straße zu gelegenen Zimmer, das etwa 50 Besuchern Platz bietet, jeden Abend Vorträge, die so überlaufen sind, daß man Fenster und Türen offen läßt, die von zu spät gekommenen Hörern belagert werden. (Die allgemeine Erscheinung in diesem bildungshungrigen Land). Etwa zwei der Abende sind reserviert für Vorträge aus Tenach und Midrasch. In diese Reihe gehören auch die Veranstaltungen des Bet Brenner der Histadrut am Schabbat Vormittag, wo in einem großen, schon vor Beginn gefüllten Saale Agada-Vorträge stattfinden. Das Interesse auch nicht religiöser Kreise an dieser Disziplin wachgerufen und erhalten zu haben, ist im wesentlichen Verdienst von Bialiks Sefer Agada, das in kaum einem Hause des Landes fehlt. Und das tiefe Bedauern verläßt einen nicht, daß es diesem unvergleichlichen Anreger des kulturellen Lebens Erez Israels nicht mehr vergönnt war, dem Sefer Agada die congruenten Halacha-Bücher an die Seite zu stellen, zu denen der Aufsatz Agada weHalacha der Übergang und der begonnene Mischna-Kommentar den Auftakt geliefert hat. Interessant — und nicht unbedenklich — ist die Rolle des Sefer Agada als klassisches Buch darin, daß die dort von Bialik gebrachten Midraschim Gemeingut des Volkes werden — und die dort nicht gebrachten in Vergessenheit geraten. Auch am Freitag Abend veranstaltet das Bet Brennner häufig Feierstunden: Vorträge und Chorgesang. Die Eintrittskarten pflegen auch dort vorher vergriffen zu sein. Es kann hiernach nicht Wunder nehmen, daß diese Schöpfungen von vielen Organisationen nachgeahmt oder in veränderter Form übernommen worden sind. Insbesondere die Feierstunden des Schabbat-Nachmittag, hier und da kombiniert mit einer S'uda schlischit, und die Agada-Vorträge finden wir bei einer großen Anzahl von Institutionen wieder. Bei dieser Aufzählung sind unberücksichtigt geblieben die grundsätzlich religiös-orientierten Verbände: die zahlreichen Vorträge, Kurse, Schiurim der Synagogen, des Misrachi, Hapoel Hamisrachi, 9