Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 10 (1938)
- Issue
- 6 (9.1938)
- Date
- 1938-09-01
- Page
- Seite 7 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Juden aufrecht erhalten werden (Eisenbahn, Post, Telefon)? Unsere Rabbinen sind nicht vorbereitet, auf diese Fragen eine Antwort zu geben. Augenblicklich steht die Frage der Schmitta auf der Tagesordnung, wo die Gedolim Erleichterungen zugestanden haben. In den letzten Jahren wurde die Frage des Melkens des Viehes am Schabbat aufgeworfen, wo die Rabbinen es ablehnten, eine Entscheidung zu treffen. Wir können kein staatliches Leben einrichten, wenn wir es ablehnen, Antwort auf die Fragen des Lebens zu geben. Wir kennen die Gründe, die Rabbinen fürchten, als Reformer verdächtigt zu werden. Dies ist kein Weg. So haben die Pharisäer nicht gehandelt. Wir wissen, daß wir viele Fragen nicht lösen können. Aber als religiöse Bewegung müssen wir unsere Großen und das ganze Judentum anspornen. Es besteht die Gefahr, daß bei der Entstehung des jüdischen Staates wir das jetzt in Palästina geltende Recht übernehmen, wenn wir nicht in der Lage sind, ein ausgebildetes Rechtssystem in moderner Form vorzulegen. Maimonides hat in seiner Zeit die jad chasaka verfaßt, die als Kodifikation des jüdischen Rechts diente. Wir müssen eine neue Kodifikation verfassen, die die Gesetze für alle Gebiete des modernen Lebens darstellt. Folgende Forderungen sind zu erheben: 1. Gründung einer wissenschaftlichen Tribüne zur Klärung der Fragen des Rechts und der Religion im Staatsleben. 2. Verfassung einer Darstellung des Rechts der Thora, die in zwei Teile zerfällt: Lehrbuch für Richter, Rechtsanwälte und Beamte, sowie für den Untericht und Darlegung des Rechts der Thora in moderner Form. 3. Anregung einer Bewegung zur Erneuerung der Smicha und Errichtung des Sanhedrins. 4. Neuordnung der bestehenden Rabbinatsgerichte und Erhöhung ihres Ansehens. 5. Bildung einer Kommission von Fachgelehrten zur Beschäftigung mit diesen Fragen. Von dem reZigpioSfituIf icpeZIeii ßeben in Tel ikwiw von Lazarus Barth Tel Aviv. In einer Diskussion in irgend einem zionistischen Gremium vor etwa 10 Jahren sprach ein Tel Aviver, dessen Ansichten von denen der Majorität seiner Landsleute stark abwich. „Was versteht denn der davon", sagte nachher ein anderer Erez Israel-Delegierter, „Tel Aviv liegt nicht in Palästina". Das bedeutet: Im allgemeinen spürt man in Tel Aviv die Probleme des Landes ungleich weniger als an einem anderen Punkte des Jischuw. Auch vor den Unruhen sah man Araber nur als Schuhputzer, Lastträger und Fuhrleute in dem 7