Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 10 (1938)
- Issue
- 5 (8.1938)
- Date
- 1938-08-01
- Page
- Seite 8 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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glaubt, daß er Histadruth- und Misradiianschauungen auf einen gemeinsamen Erziehungsnenner bringen kann, der überschätzt seine Kräfte und mutet sich die Lösung eines Problems zu, das, so wie die Dinge heute liegen, so schwer ist wie die Quadratur des Kreises. Es gibt eben Tatsachen, die bestehen und mit denen man rechnen muß. Zu diesen gehört das Faktum, daß zwischen misrachistischem und nichtmisrachistischem Erziehungsideal ein so großer Unterschied besteht, daß vorläufig keine Einheitsschul-Brücke von einer Seite zur anderen geschlagen werden kann. Es bleibt aber die Hoffnung, daß im Laufe der Zeit die religiöse Idee sich in Erez so stark erweisen wird, daß sie auch die Fernstehenden ergreift. Dann wird vielleicht auch der Weg gefunden werden zur Vereinheitlichung der jüdischen Menschen in der Schule und durch diese auch draußen im Leben, zur Erfüllung des Wortes anp^i pimV DlVff Dl^ff. Samuel TUchilew&v Rabbi Samuel Mohilewer zu seinem 40. Todestag. B. Kestenbaum Am 19. Sivan waren es 40 Jahre, seit Rabbi Samuel Mohilewer seine Augen für immer schloß. Obwohl wir in einer Zeit leben, wo unser ganzes Denken und Sinnen von Gegenwartsproblemen beherrscht ist, erscheint es uns doch wesentlich, wenigstens in ganz knappen Zügen, den Lebensgang dieser hervorragenden und lauteren Persönlichkeit der misrachistischen Öffentlichkeit in Erinnerung zu bringen. Rabbi Samuel Mohilewer ist 1824 in einem kleinen Städtchen bei Wilna als Nachkomme einer alten Rabbiner- und Gelehrtenfamilie geboren. Schon als 18 jähriger Jüngling wurde ihm durch bedeutende rabbinische Autoritäten die Smicha erteilt. Nur schwer konnte er sich entschließen, zuerst in seinem Geburtsort ein Rabbineramt zu übernehmen. 1883 folgte er dem Ruf der alt-ehrwürdigen Gemeinde von Bialystock, wo er bis zu seinem Tode das Rabbineramt inne hatte. Seine Tätigkeit für die jüdische Kolonisation in Erez Israel begann schon 1875, als aus Anlaß des 90 jährigen Geburtstages Moses Montefiores dieses Problem aufgerollt wurde. Er schloß sich alsdann der Chibat-Zion-Bewegung an und begab sich in deren Auftrage 1882 nach Paris, um durch Vermittlung von Zadoc Kahn und Erlanger Edmond Rothschild für die Palästina-Kolonisation zu gewinnen. Dank seines Einflusses kam es zur Gründung der Kolonien Rischon le Zion und Ekron. Als die Kolonie Petach-Tikwah in große Not geraten war, bemühte sich Rabbi Mohilewer um die Sanierung derselben. Um 1890 entstand dank seiner Initiative die 8