Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 10 (1938)
- Issue
- 5 (8.1938)
- Date
- 1938-08-01
- Page
- Seite 6 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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waren nicht wenige, die sich an den Kosten der Neuanschaffung stießen, die zwar, da es sich vorläufig um die leichte Sommergarderobe handelt, nicht allzuhoch sind, aber immerhin bei der gegenwärtigen Krise für eine Famile mit mehreren schulpflichtigen Kindern eine spürbare Belastung darstellen. Um den le^teren entgegenzukommen, wurde die Bestimmung getroffen, daß den Minderbemittelten Zuschüsse oder Gratislieferung gewährt werden sollen. Die Gelder hierzu fließen aus einem Fond, der von den Beiträgen gespeist wird, die vertragsmäßig die mit dem Verkaufsmonopol betrauten Geschäfte aus ihrem Erlös abführen müssen. Aus welchem Grunde hat man die Einheitskleidung überhaupt eingeführt? Nicht etwa aus Freude an Gleichmacherei, auch nicht, weil man glaubt im Bilde der Schuljugend die Idee der Vereinheitlichung des Jischuw propagieren zu sollen, sondern aus einer einfachen und bitteren Notwendigkeit heraus. Um der Tozereth haa-ez willen, um ihr in einem bestimmten Sektor den Absa§ zu sichern. Die Schulkleidung ist nämlich zu hundert Prozent Erzeugnis des Landes. All ihr Drum und Dran, Stoffe, Knöpfe, Bänder, Li£en, alles wird in Erez produziert, alles wird von jüdischen Arbeitskräften hergestellt. Und wenn man bedenkt, daß bereits an die 400 Schulen die Einheitskleidung eingeführt haben, kann man ermessen, in welchem Umfang auf diese Weise der Bekleidungsindustrie Arbeit zugeführt worden ist und für die Dauer immer wieder zugeführt werden wird. Und es ist das Zeichen einerseits für die Popularität, die der Begriff „Tozereth haarez" hier gefunden hat, andererseits für das Pflichtbewußtsein und die Opferbereitschaft des Jischuw, wenn um der Sache willen, die nicht unerheblichen Widerstände gegen die Uniformierung sich haben überwinden lassen. Und somit demonstriert legten Endes die Schulkleidung nicht nur in einem äußeren Betracht den Gedanken der Vereinheitlichung, sie ist darüber hinaus das Zeugnis dafür, daß die Menschen des Jischuw die Tendenz und die Fähigkeit besten, sich um eine Idee — und sei sie auch, wie im vorliegenden Falle, aus den Bezirken des Realen hervorgegangen — zu einem einheitlichen Willen zusammenzuschließen. Aber ich will zu meinem Thema zurückkehren. Die Tendenz zur Vereinheitlichung des Jischuw kündigt sich noch in einer weiteren, allerdings viel tief ergehenden Beziehung an, und diese Tendenz setzt abermals an der Schule ein und findet ihren starken Antrieb in bestimmten Kreisen der Lehrerschaft. Dort wird die Forderung nach einheitlicher Ausrichtung des Unterrichts an den Volksschulen erhoben und die Parole ausgegeben: TllN "190 TP2 „Einheitsschule". Zu deren Verständnis sei folgendes bemerkt: Es bestehen im Lande drei verschiedene, weltanschaulich von einander getrennte Volkschulgattungen. Die Anstalten mit ihrer Erziehung auf religiöser Grundlage 6