Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 10 (1938)
- Issue
- 5 (8.1938)
- Date
- 1938-08-01
- Page
- Seite 5 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Jcht pluudeve aus dei? Schule Rabb. Dr. Arthur Levy, Haifa Eine der wichtigsten Aufgaben, vor die der Jischuw gestellt ist, ist die Formung seines Bildes zur Geschlossenheit hin, ist die Aufgabe, über all die geschichtlich bedingten Differenzierungen seiner Schichten hinweg, die Generallinie zu finden, auf der der Palästinensertypus sich abzeichnet. Der Schmelzofen, in dem am Anfang unserer nationalen Geschichte die geistigen Urstoffe unseres Volkes sich zu einem Gusse formten, ist abermals eine Notwendigkeit geworden, in diesem Land und in dieser Zeit, die uns wieder als Volk in die Arena der Historie stellt. Und daß es kein eiserner Schmelzofen werde, daß nicht der eherne Druck eines von außen kommenden Zwanges unsere Volkswerdung gestalte, sondern die freie Entwicklung des Jischuw, daß im gelösten Spiel seiner nationalen Kräfte die tausend Fäden seiner Individualitäten sich zur Harmonie eines einheitlichen Typus verknüpfen, das ist das Ziel, dem alle Hoffnungen und alle geistigen Bestrebungen zugewendet sind. Es ist klar und schon hundertfach ausgesprochen, daß in der Jugend die Generation heranwächst, in der die Voraussetzungen zur Verwirklichung dieser Hoffnung gegeben sind, und es ist darum kein Wunder, daß die Schule als der Ort, an dem die zukünftige Gestalt des Jischuw sich entscheidend formt, im Brennpunkt des allgemeinen Interesses steht. Von diesen Leistungen und Erziehungserfolgen hängt zum großen Teil die Lösung des genannten Problems ab. In einem Betracht kann die Schule bereits auf einen Erfolg auf dem Gebiet der Ausgleichung hinweisen. Allerdings ist er rein äußerlicher Natur und hat mit geistiger Beeinflussung nichts zu tun. Vor kurzem wurde an den hiesigen Schulen ein Einheitsgewand eingeführt. Seit Pessach tragen die Jungens und Mädels ihr Schulkleid, und die Buntheit der bisher frei und je nach individuellem Geschmack gewählten Stoffe, Farben und Zuschnitte ist der Alleingültigkeit der behördlich vorgeschriebenen Uniform gewichen. Natürlich ist die Schulkleidung nicht per ordre de Mufti und über den Kopf der Elternschaft hinweg eingeführt worden, sondern nach eingehenden Verhandlungen mit diesen, die notwendig waren, um deren Widerstand zu überwinden. Denn man war in diesen Kreisen anfänglich gar nicht entzückt von der Idee der Einheitskleidung. Aus den verschiedensten Gründen. Da waren Kreise, die eine instinktive Abneigung gegen jeden Versuch einer Uniformierung haben, an welchem Ort und in welcher Gestalt auch immer sie auftritt. Andere wiederum wollten sich nicht das Recht nehmen lassen, nach eigenem Geschmack ihre Kinder zu kleiden, und sahen in der geplanten Reform einen Eingriff in ihre persönlichen Befugnisse. Und endlich 5