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Zion · 1938-08-01 · 5 (8.1938) · p. Seite 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
10 (1938)
Issue
5 (8.1938)
Date
1938-08-01
Page
Seite 4 (sequence 6)
Language
German
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Deutschland und Österreich ausgewandert sind oder in Zukunft zur Auswanderung genötigt sind, bemüht haben, daß sie das Problem erkannt und auf einer Regierungskonferenz besprochen haben, daß die Juden das Gefühl haben, daß die Welt Verständnis für ihre Lage hat. Wichtig ist, daß ein ständiges Komitee gebildet wurde, das unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten die Fragen der Einwanderung und Einordnung der Juden aus Deutschland in andere Länder zu prüfen hat. Wir dürfen hoffen, daß dieses Komitee in Zusammenarbeit mit den jüdischen Hilfsorganisationen Wege finden wird, den Juden, die aus Deutschland ausgewandert sind und noch auswandern werden, einen Neuaufbau ihrer wirtschaftlichen Existenz durch eigene Arbeit zu ermöglichen. III. Die Juden waren auf der Konferenz von Evian nur Zuschauer und Berichterstatter. Die jüdischen Organisationen wurden von einer Kommission über ihre bisherige Tätigkeit gehört. Die Juden in Deutschland haben wenige Wochen nach dieser Konferenz ihre eigene Organisation neu geregelt. Alle Organisationen und Richtungen haben in gemeinsamer Arbeit der Reichsvertretung, je£t Reichsverband der Juden in Deutschland, eine gese^lich fundierte Verfassung gegeben. Die Aufgabenkreise des Reichsverbandes und der Gemeinden, die in den Reichsverband eingegliedert sind, wurden abgegrenzt, ihre Zusammenarbeit wurde geregelt, eine Zusammenfassung aller Juden in Deutschland erreicht. Die Bewältigung der schweren Aufgaben, vor denen die Juden in Deutschland stehen, durfte nicht durch ein regelloses Nebeneinanderarbeiten der Organisationen erschwert werden. Nur eine geordnete Zusammenfassung aller Kräfte konnte einen Weg zur Lösung dieser schweren Aufgaben bahnen. Die Träger der jüdischen Arbeit in Deutschland haben durch Selbstverleugnung und Disziplin die Möglichkeit einer Organisierung der Juden in Deutschland gegeben. Sie haben gezeigt, daß die Juden in Deutschland willens sind, einmütig alle Kräfte in den Dienst der gemeinsamen Aufgaben zu stellen: Erziehung der Jugend, Vorbereitung und Förderung der Auswanderung, Regelung und Unterstützung der Liquidation, Fürsorge für die Erwerbsunfähigen, Erhaltung und Aufbau eines religiösen Lebens, Mitarbeit an den Gegenwartsaufgaben des jüdischen Volkes. Durch die Regelung der organisatorischen Fragen können diese schweren Aufgaben nicht gelöst, wohl aber können Hindernisse beseitigt und Voraussetzungen für die Lösungen geschaffen werden. Von dem Willen, Disziplin und den Anstrengungen der Juden in Deutschland wird es abhängen, wie weit diese Aufgaben einer Lösung zugeführt werden können. 4

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