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Zion · 1938-05-01 · 4 (5.1938) · p. Seite 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
10 (1938)
Issue
4 (5.1938)
Date
1938-05-01
Page
Seite 9 (sequence 11)
Language
German
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mit dem Hebräisch der Bibel. Es ist längst bekannt, daß die Schreiber der Briefe der palästinensischen und syrischen Könige, die in Tel-Amarna gefunden wurden, Zitate und Phrasen aus religiösen Gedichten und Psalmen verwandt haben, die Parallelen in der Bibel besonders in den Psalmen, finden. So schreibt ein gewisser Tagi an den König: „wenn ich zum Himmel hinaufsteige oder in die Unterwelt hinabstiege, in deiner Hand ist mein Haupt". Im Psalm 139,8 lesen wir: steige ich zum Himmel empor, so bist du dort, und machte ich die Unterwelt zu meinem Lager, du bist da". Jetzt besitzen wir die Quelle, aus der die kananäischen Könige des 14. Jahrhunderts ihre Phrasen geschöpft haben, um dem Pharao zu schmeicheln. Es sind die religiösen Ugarit-Texte, die zum größten Teil aus dem 14. und vielleicht noch aus dem 15. Jahrhundert stammen. Stilistische Wendungen, charakteristische Ausdrücke und sogar der Rhytmus mancher biblischen Texte kehren in diesen altkananäischen Texten wieder (es sei nur auf ein Beispiel hingewiesen: Psalm 68,5 wird Gott als jnywa am bezeichnet, in einem Ugarit-Texte kommt dieselbe Wendung im folgenden Zusammenhange vor: „höre o Alyan Baal, vernimm o Wolkenreiter"). Man wird wohl manchen biblischen Partien, besonders aus den Psalmen und dem Buche Hiob, auf Grund der sprachlichen Indizien der neuentdeckten Ugarit-Texte ein viel höheres Alter, als es bis jetzt geschehen ist, zubilligen müssen. Die epischen Texte ermöglichen einen Einblick in die Mythologie der alten Kananäer. An der Spitze des Pantheons steht El, der als der gnadenvolle, gütige oder der „Stier El" bezeichnet wird. Er ist der Vater der Götter, das weibliche Prinzip zu El stellt die Aschera dar, „die Herrin des Meeres", die „Schöpferin der Götter", auch Elat genannt. Ein längeres Gedicht handelt vom Kampfe des Gottes Baal, der Wettergott und Vertreter der in der Regenzeit sprießenden Vegetation ist, mit Mot, einem Getreidegott, dem Vertreter der Sommerhitze, in der das Getreide reift. Baal trägt auch den Namen Zbl, der gleichfalls aus der Bibel bekannt ist (vgl. die Eigennamen Izebel, Zebul, Zebuion). Die Texte, die über diesen Kampf handeln, sind mythologisch-symbolische Einkleidungen von Vorstellungen und Riten zum Jahreslauf und Ernte. Der uns wohlbekannte Philistergott Dagon und solch geläufige Namen wie Jrch (Mondgott) Jörn (Tagesgott), Astarte begegnen uns im gleichen Gedichte, das vielfache Beziehungen zur Bibel aufweist. Ein anderes Gedicht, in dem besonders die Göttin Anat, die Schwester des Baal, eine Rolle spielt, bietet eine mythologische Begründung für den im Buche der Richter und in den Büchern der Könige bezeugten Stierbildkultus. Neben diesen Texten, die in Syrien ihre Heimat haben, gibt es andere, die in engen Beziehungen zum Negew, Kadesch, Edom, den ältesten Wohnsitzen der Phönizier, stehen. Nach dem sogenannten Keret- Texte zieht Keret, der König der Sidonier, mit einem Heere gegen 9

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