Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 10 (1938)
- Issue
- 4 (5.1938)
- Date
- 1938-05-01
- Page
- Seite 8 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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häufig die Buchstabengruppe y x- Sofort dachte man an den Gottesnamen bei einem Worte h z an Vk (Gott). In der Weise ist es gelungen, alle Konsonanten festzustellen. Es zeigte sich, daß die phönizische Schrift nidit die einzige Konsonantenschrift gewesen ist. Die Entdeckung von Ras Schamra hat demnach eine Bedeutung für die Klärung der Frage nach dem Ursprung des lateinischen Alphabets, das die Römer von den Griechen, die Griechen von den Phöniziern haben (auf den semitischen Ursprung des Alphabets weisen schon die Namen hin, Alpha- Rind, Betha-Haus, Delta- Tür), und dessen Erfindung von unermeßlicher Bedeutung für die menschliche Kultur war. Hans Bauer hat seine letzte Schrift der Frage des Ursprunges des Alphabets im Lichte der Entdeckung von Ras Schamra (erschienen nach seinem Tode im Alten Orient 1937 Heft 1/s) gewidmet. Er kam zum Ergebnis — er äußerte es allerdings mit Vorbehalt —, daß. die Keilschrift von Ras Schamra dem Erfinder der phönikischen-althebräischen Schrift als Muster gedient habe. Letztere sollte, ihrer für den Papyrus besseren Eignung wegen, in kurzer Zeit sich die Welt erobern. Bevor wir zu Sprache und dem Inhalt der Texte kommen, sei noch ein Wort über den antiken Namen von Ras Schamra gesagt. Er lautete nicht Zafon, wie man ursprünglich auf Grund des Gottesnamens Baal Zafon annahm. Der berühmte amerikanische Archäologe Allbright hat auf die Stadt Ugarit, die in den Amarna-Tafeln erwähnt wird und im Nordosten Syriens lag, hingewiesen und sie für identisch mit Ras Schamra erklärt. Die Inschriften haben diese Behauptung bestätigt. Der Name Ugarit erscheint in ihnen, zweimal sogar in Kolophonen. Die Sprache heißt also Ugarit-Sprache und die Schrift Ugarit-Schrift. Es sei noch vermerkt, daß der Archäologe Grant in Beth-Schemesch in Palästina eine in Ugarit-Schrift beschriftete Tafel gefunden hat. Die Ugarit-Sprache steht dem Ursemitischen im Konsonantenbestand näher als das Hebräische. Eine Reihe von Lauten, die im Hebräischen zusammengefallen sind, werden im Ugaritischen auseinandergehalten (so zwei n, zwei y, t und th wie im arabischen). Das Nomen weist noch die Kasusendungen und das Verbum den Subjunktiv und Apoccopatus auf. Das Imperfekt dient als historisches Tempus, und das Perfekt wird relativ selten gebraucht. Trotz der Vorsicht, die man beim Vergleich der Ugarit-Sprache mit den verwandten kananäischen Dialekten (hebräisch, phönikisch und moabitisch) bewies, hat sich doch schon gezeigt, daß die Berücksichtigung der neuentdeckten Sprache von größter Bedeutung für das sprachgeschichtliche Verständnis des Hebräischen und für die Etymologie seines Wortschatzes ist. Da der größte Teil der Texte religiösen Inhaltes ist, zeigen sie eine starke Verwandtschaft im Stil und in ihrer literarischen Form 8