Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 10 (1938)
- Issue
- 4 (5.1938)
- Date
- 1938-05-01
- Page
- Seite 7 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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sdbrift Syria Abschriften von den Tafeln, die 1929 entdeckt wurden. Professor Hans Bauer in Halle begann sogleich mit ihrer Entzifferung. Bis zum 27. April hatte er 17 Zeichen identifiziert. Er sandte darüber einen Bericht an Dussaud, der vor der Academie am 19. Mai zur Verlesung kam, und veröffentlichte daraufhin seine Schrift über die Entzifferung der Keilschrifttafeln von Ras Schamra (Halle 1930). Inzwischen befaßte sich der Franzose Dhorme in Jerusalem mit der gleichen Materie. Mit Zuhilfenahme des Vorberichtes von Bauer konnte er 5 Zeichen, die Bauer falsch gelesen hatte, richtigstellen und bis zum 5. Oktober 1930 waren 25 Buchstaben vollkommen entziffert und dies auf Grund von den kurzen zum Teil verwischten und inhaltsarmen Texten des Jahres 1929. Die viel besser erhaltenen Texte des Jahres 1930 eröffneten neue Möglichkeiten. Virolleaud konnte nun noch einige zweifelhafte Punkte klären und im Jahre 1932 einen größeren Text mit Übersetzung und Kommentar der Öffentlichkeit vorlegen. An den Arbeiten beteiligte sich ein immer größer werdender Forscherkreis, der zu den sprachlichen, archäologischen, historischen und religionsgeschichtlichen ProblemenStellung nahm. Von jüdischer Seite hat sich neben T. H. Gaster (London), und H. Baneth, (Jerusalem), besonders H. L. Ginsberg (früher Jerusalem, jetzt am Jewish Theological Seminary in New York) hervorgetan. Außer einer Serie von Aufsätzen in verschiedenen Zeitschriften hat er alle bis zum Jahre 1935 bekannt gewordenen Texte in hebräischer Transkription unter dem Titel „Kitwe Ugarit" herausgegeben, sie ins Hebräische übersetzt und mit vorzüglichem Kommentar versehen (das Buch ist vom Machon Bialik und dem Waad Halaschon 1936 herausgegeben worden). Die Entzifferung der Schrift allein bedeutet bereits eine noch nie dagewesene wissenschaftliche Leistung. Zum ersten Mal ist es gelungen, eine Schrift von sich heraus, ohne zweisprachige Texte und ohne Determinative, die Götter- und Personennamen bezeichnen, zu enträtseln. Das wurde — wie sich später herausstellte — durch die relative Einfachheit der Sprache und ihrer Verwandtschaft mit dem Hebräischen möglich. Von der letzten Annahme ausgehend hat Bauer mit der Untersuchung des Sprachbaues, mit der Abtrennung von Prä- und Suffixen begonnen. Außer den Tafeln wurden noch 5 Haken in einer Waffenkammer gefunden, die bei der Entzifferung eine gewisse Rolle spielten. Auf 4 von ihnen standen 2 Worte aufgeschrieben, die man für den Namen des Inhabers hielt. Eine Axt wies eine Inschrift von 3 Worten auf. Das neue Wort setzte man dem hebräischen Garsen (Axt) gleich. Die Aufschrift bedeutet demnach die „Axt des X". Am Anfang einer Tontafel war der gleiche Eigenname „X" zu lesen, aber mit einem vorgesetzten Buchstaben. Diesen erklärte Bauer für das besitz- und richtungsangebende Präfix Im gleichen Texte wiederholte sich 7