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Zion · 1938-05-01 · 4 (5.1938) · p. Seite 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
10 (1938)
Issue
4 (5.1938)
Date
1938-05-01
Page
Seite 6 (sequence 8)
Language
German
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Amenophis IV (14. Jahrhundert) gefunden wurde, das zum größten Teil Briefe ihrer syrisch-palästinensischen Vasallen in babylonischassyrischer Sprache enthielt. Die Funde vom Ras Schamra scheinen für die Geschichte Israels, seine Kultur und für die Kenntnis der Umwelt der Bibel noch eine größere Bedeutung als diejenigen von El-Amarna zu besitzen. Es sei daher versucht — soweit es dieser Rahmen gestattet —, ein Bild von diesen und den genannten Zusammenhängen zu skizzieren. Die Entdeckung ist einem Zufall zu verdanken. Im März 1928 war ein pflügender Fellache auf eine Grabkammer gestoßen, der davon benachrichtigte Leiter der Altertumsabteilung von Beirut, Professor Charles Virolleaud, fand bei einer Untersuchung der Ortschaft kyprische und mykenische Vasen. Auf Veranlassung von Rene Dussaud, Direktor der Altertumsabteilung am Louvre, hat die Academie des inscriptions et belles Lettres eine Expedition unter Leitung von A. Schaeffer und G. Chenet entsandt, welche mit systematischen Grabungen begann. Es wurden 5 Schichten freigelegt, die bis ins 4. vorchristliche Jahrtausend hinaufreichen. Die oberste Schicht, vom 14. bis zum 12. Jahrundert, ist die bedeutendste. Es standen in jener Zeit am Norden des Tel zwei Tempel, zwischen denen die Wohnungen der Priester und eine Bibliothek sich befanden. Im Tempel des Baal wurden neben Bruchstücken einer ägyptischen Statue mit Beischrift und Resten einer hieroglyphischen Weihinschrift, zwei Stelen des Baal Zafon gefunden, von denen eine ihn als Wettergott zeigt, die andere ägyptische, syrische und kleinasiatische Züge trägt und als „Symbol der Mischkultur von Ras Schamra" bezeichnet wird 0- Friedrich, Alter Orient, 1934, Heft 1/2). In den Ruinen der Bibliothek fand man zahlreiche verstreute Tontafeln mit Keilschriftzeichen. Da darunter sich auch Bruchstücke von Vokabularien, Verzeichnisse von Ideogrammen fanden, nimmt man an, daß der Bibliothek eine Schreibschule angeschlossen war. Unter den Vokabularien befand sich eines, das die sumerischen Ideogramme in einer nichtsemitischen Sprache (Choritisch) erklärte» die aus Texten aus dem chetitischen Archiv in Bogahzköi in Kleinasien bekannt ist. Die größte Überraschung erlebte man aber bei der Feststellung, daß der beträchtlichste Teil der Schriftwerke nicht in babylonischer, sondern in einer anderen Keilschrift abgefaßt ist. Während nämlich die erste einige hundert Zeichen aufzuweisen hat, besteht die letztere aus 32 Zeichen (ursprünglich glaubte man sogar nur 28 feststellen zu können). Die Kürze der Worte, die durchwegs aus 2 oder 3 Buchstaben bestanden, die Tatsache, daß sie durch senkrechte Striche — wie in den Inschriften in der althebräischen-phönikischen Schrift — getrennt sind, führte zu der Überzeugung, daß man es mit einer semitischen Sprache in Buchstabenschrift zu tun hat. Im April 1930 veröffentlichte Virolleaud in der Zeit- 6

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