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Zion · 1938-05-01 · 4 (5.1938) · p. Seite 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
10 (1938)
Issue
4 (5.1938)
Date
1938-05-01
Page
Seite 4 (sequence 6)
Language
German
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ausgeht von einer konstitutionell verpflichtenden Anerkennung des jüdischen Geestzes. Noch mehr aber geht es ihm darum, durch die tätige Anteilnahme an dem Aufbauwerk den Beitrag des religiösen Judentums zu liefern, sich in die Reihe der Chaluzim der Nation zu stellen und auf diese Weise Zugang zu den Menschen zu finden, mit denen man zusammenarbeitet und bei denen man durch die Freundschaft der gemeinsamen Arbeit mehr erreichen wird als durch die Kritik des in der Ferne Stehenden. Geht der Misrachi von der Notwendigkeit einer einheitlichen Organisation all der Kräfte im jüdischen Volk aus, denen an der Durchsetzung des nationalen Aufbaus gelegen ist, so weiß er sehr wohl, daß die historisch gewordenen, politischen Unterscheidungen innerhalb der Orthodoxie nicht Grund sein dürfen für eine Spaltung und Schwächung des religiösen Judentums überhaupt. So hat sich der Misrachi stets bemüht, neben seiner Zugehörigkeit zur Zionistischen Organisation, an der Errichtung einer überparteilichen gesetzestreuen Organisation mitzuarbeiten, die allgemeine, religiöse und kulturell-erzieherische Belange als Tätigkeitsgebiet haben soll. Dieses Streben des Misrachi hat bei der Aguda sehr wenig Verständnis gefunden. Wer an einer Weida des Misrachi teilgenommen hat, wird wissen, wie ernst es seinen Menschen um die Einheit und die Größe des religiösen Judentums zu tun ist. Das Echo, das dem Misrachi zuteil wurde, war nicht immer ein würdiges. Was sollte es z. B. besagen, wenn bei einer agudistischen Tagung festgestellt wurde, daß ein Zusammengehen mit dem Misrachi erst dann möglich sei, wenn er die Zionistische Organisation verlasse. Bei der letzten Besprechung zwischen den führenden Persönlichkeiten der Aguda und des Weltmisrachi in Paris schien zum ersten Male ein brauchbarer Weg gefunden zu sein, um für konkrete Aufgaben der beiden Organisationen ein Arbeitsprogramm aufzustellen. Man hatte bis ins einzelne gehende Vorschläge über die Unterstützung der Jeschiwot, die Sicherung der religiösen Lebensmöglichkeit besonders in den Auswanderungsländern, sowie Pläne für religiöse Siedlungen, besprochen. Um jedem Störungsversuch aus dem Wege zu gehen, war vereinbart worden, daß in der Presse ein offizielles gemeinsames Communique veröffentlicht werden sollte. Sogar der Text der jiddischen und deutschen Uebersetzung dieser Verlautbarung war auf der Pariser Tagung festgelegt worden. Der Kol Jisrael, Organ der palästinensischen Aguda, hat es aber für nötig befunden, die Dinge entstellt wiederzugeben. Wenn die palästinensische Aguda ihre Richtung beibehält, so ist nicht zu sehen, wie der Heskem bestätigt, oder, wenn er von den leitenden Stellen der Aguda bestätigt wird, tatsächlich wirksam sein wird. Es scheint auch in den Kreisen der polnischen Aguda eine starke Opposition gegen das Zusammengehen mit dem Misrachi zu bestehen, das von den letzten 4

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