Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 10 (1938)
- Issue
- 4 (5.1938)
- Date
- 1938-05-01
- Page
- Seite 3 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Wieder einmal gkguda — Misvachi Die Geschichte der gesetzestreuen Organisationen in der Neuzeit ist nicht immer auf direktem Wege vorwärts geschritten. Nicht immer hat eine Idee, von deren Richtigkeit man überzeugt, und die zu verwirklichen man gewillt war, in geeigneten Organisationsformen Ausdruck gefunden. Als das Austrittsprinzip Eingang im deutschen Judentum gefunden hatte, war damit eine Entwicklung eingeleitet, die scheinbar Gegensätzliches mit sich brachte. Die Prinzipien, die den Organisationen zugrunde lagen, wurden Gegenstand heftiger Auseinandersetzungen. Jetzt gab es die Frage der Einheitsgemeinde, die später, in etwas veränderter Form, als die Frage der Zugehörigkeit zur Zionistischen Organisation auftrat. Andererseits mußte in jedem religiösen Juden der Wunsch wach sein, über diese gleichsam innerpolitischen, wenn auch weltanschaulich begründeten Gegensätze hinweg zu einer höheren Einheit des gesamten religiösen Judentums zu gelangen. Gab und gibt es doch eine Reihe von Fragen, die jeden religiösen Juden angehen. Die religiöse Erziehung war eben ein Anliegen an jeden religiösen Juden. Thora im Derech Erez war eine Schicksalsfrage, der jeder religiöse Jude sich stellen mußte. Und als dann die Probleme der Gola, vervielfacht und verschärft, in Erez Israel in einer, von der jüdischen Geistes- und Sozialgeschichte her betrachtet, grundlegend veränderten Gesellschaft auftauchten, mußte verständlicherweise die an Zahl der Menschen nicht geringe, aber an organisatorischer und deshalb gemeinschaftsbildender Leistung nicht bedeutende Gruppe des religiösen Judentums in Erez Israel mit erneuter Wucht die Notwendigkeit einer Einheit des religiösen Judentums über das engere Parteischema hinaus einsehen. Leider hat der Teil des gesetzestreuen Judentums, der sich in Deutschland durchaus den Gütern der allgemeinen Kultur aufgeschlossen gezeigt hatte, in Erez Israel, nicht nur aus philantropischen Gründen, den alten Jischuw in einem Umfange politisch unterstützt, daß dadurch das Wachsen der religiösen Kraft im neuen Jischuw entscheidend gehemmt wurde. Der Misrachi hat seit je seine Stellung zur Frage einer einheitlichen Organisation für religiöse Belange festgelegt. Er betrachtet sich als integrales Glied der Zionistischen Bewegung. Er sieht in ihr den wichtigsten Bestandteil der modernen Renaissance des Judentums, die ihren Weg zurück ins Judentum über die nationalen Werte geht. Er betrachtet es als seine Funktion, innerhalb der Zionistischen Bewegung dafür zu sorgen, daß die Ideenwelt und die Tatwelt des überlieferten Judentums in der Zionistischen Organisation nicht nur in dem Sinn anerkannt wird, daß nichts von der Organisation unternommen wird, was gegen das überlieferte Gesetz der Thora verstößt. Der Misrachi weiß den erzieherischen Einfluß wohl zu schätjen, der 3