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Zion · 1938-04-01 · 3 (4.1938) · p. Seite 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
10 (1938)
Issue
3 (4.1938)
Date
1938-04-01
Page
Seite 8 (sequence 10)
Language
German
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finden wir in höherem Maße bei dem älteren. Das Alter zeichnet sich, abgesehen von den natürlichen Fähigkeiten, durch größere Kenntnisse aus, die es sich im Laufe vieler Jahre erworben hat. Die ganze Darstellung der Erscheinung des Elihu im Buche Hiob und der Inhalt seiner Reden zeigt uns den stürmischen Charakter der Jugend, die die ihr gesetzten Grenzen überschreiten will. Sie hat die Neigung, große Worte zu machen, als wollte sie Neuigkeiten und Entdeckungen offenbaren, die die früheren nicht gekannt kaben. In Wirklichkeit bringt sie fast nichts Neues. Schön sagt ein Gelehrter: „Elihu macht den Eindruck eines jungen, unerfahrenen Predigers, der noch nicht zu der Stufe der Erkenntnis seiner Unkenntnis gelangt ist (Abraham Kahane in der Einleitung zu seinem Kommentar zum Buche Hiob.) In diesem Teil des Hiobbuches gibt der Verfasser ein Bild der Jugend, ihres Charakters und ihres Weges im Leben, als wenn er die Jugend warnen wollte, nicht weiter auf diesem Wege zu gehen, den dieser Vertreter ohne Erfolg gegangen ist. Gewiß ist es richtig, es gibt keine Regel ohne Ausnahme. Aber die Ausnahme bestätigt eben die Regel. So sehen wir, wie Hiob in seinen Worten über seinen Lebenslauf, über sein schlimmes Geschick klagt und erbittert ausruft: Und nun spotten mein solche, die jünger sind als ich an Jahren, (a. a. 0. 30,1). Das spöttische Lachen der Jugend, die auch in seiner jetzigen Lage ihm hätte Ehre erweisen müssen, bereitet ihm viel Kummer. Der Spott und die Geringschätzung treffen ihn besonders schwer. Zur Zeit seines Reichtums und seines Glückes war es anders. Da sahen mich Jünglinge und verbargen sich (a. a. 0. 29,8). Aus Ehrfurcht wagten sie nicht einmal, einem älteren ins Gesicht zu sehen.*) Einen deutlichen sozialen Schaden sah der Prophet Jesaja in der Geringschätzung der Erwachsenen und Alten durch die Jugend und in ihrer Prahlerei damit. In dieser Erkenntnis sagen unsere Weisen (Chagiga 14a): Raw Dimi sagte: 18 Flüche sprach Jesaja über Israel und er beruhigte sich nicht, bis er ihnen sagte: Es wird herrschen der Jugendliche über den Greis (Jes. 3,5). In unserer Generation gibt es nicht wenige Eltern und Lehrer, die die Herrschaft dieses Fluches in unserer Mitte auch in unserer Zeit wahrnehmen. Als der Engel dem Gideon in Ofra erschien, ihn aufforderte, Richter in Israel zu werden, um gegen die Feinde unseres Volkes zu kämpfen, und zu ihm sprach: Gehe mit deiner Kraft und rette Israel aus der Hand Midians, antwortete ihm Gideon: Womit soll ich Israel retten, und um ihm seine schwache Stellung zu zeigen, fügte er hinzu: Ich bin der Jüngste im Hause meines Vaters (Ri. 6. 15). Mit anderen Worten: Meine Jugend ist ein großer Mangel, und mir fehlt die Wertschätzung und der Anspruch auf Gehorsam, die für eine so schwere Aufgabe erforderlich sind. Diesen Mangel fühlt auch S c h ä u 1, der zum ersten König in Israel bestimmt wurde. Als der Prophet Schmuel ihm sagte: Wessen ist all das Köstliche Israels, wenn nicht dein und des ganzen Hauses deines Vaters, antwortete ihm Schaul: Aber bin ich doch ein Benjaminit aus dem kleinsten der Stämme Israels und mein Geschlecht das jüngste von all den Geschlechtern des Stammes Benjamin (Sa. I, 9,21). Jugend ist in gewissem Sinne identisch mit einer gewissen Geringschäfcung, mit einer geringen Stellung in der Gesellschaft. Wem gegenüber das Gefühl *) S. JeruschalamiIL5: Es geschah mit Rabbi Jochanan und Rabbi Elieser, der ihn sah und sich vor ihm zu verstecken suchte. 8

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