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Zion · 1938-04-01 · 3 (4.1938) · p. Seite 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
10 (1938)
Issue
3 (4.1938)
Date
1938-04-01
Page
Seite 7 (sequence 9)
Language
German
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2>ie 'Bibel und die Jugend. Von Rabb. Dr. S. Grünberg (aus dem Sinai übertragen) (Schluß). An einigen Stellen ist die Rede von den Sünden der Jugend (Ps. 25,7), von den Verfehlungen der Jugend (Hi. 13,26), von der Schande der Jugend (Jer. 31,19), von der Schmach der Jugend (Jes. 54,4). Diese Ausdrücke zeigen uns, daß nach Ansicht der Bibel der Jugend gewisse Fehler eigentümlich sind, weil in den jungen Menschen das Blut stärker wallt. Hinzukommt die geistige Unreife, das Fehlen des ruhigen Abwägens und der Fähigkeit, das Ergebnis einer Handlung und ihre Folgen von Anfang an zu erkennen. Wir sehen aber auch, daß die Rede ist von der Liebe der Tugend (Jer. 2,2) in einem besonders hohen Sinn, die den Menschen befähigt, Opfer bis zur Hingabe des Lebens für den Freund und Genossen zu bringen, einer Liebe, die dem reinen Glauben entspringt, die an eine besondere Freundschaft und Gemeinschaft glaubt. Hier sehen wir den Hinweis auf eine Erscheinung, die sich vielleicht nur bei der Jugend findet, die Erscheinung der Selbstaufopferung, der Aufgabe des Egoismus und des Individualismus, der Neigung zum Sozialen, zur Wertung der Gesamtheit, des Kollektivismus, ein Gedanke der das ausgesprochene Kennzeichen der Jugendbewegung in ihren Anfängen geworden ist, den wir auch jetzt noch in zahlreichen Gruppen, Organisationen und Jugendbünden auch im jüdischen Lager finden. Wenn wir nun die Frage nach der Wertschätzung der Jugend und ihrer Stellung in der Gemeinschaft aufwerfen, so finden wir, daß der Respekt der Jugend gegenüber den Erwachsenen eine natürliche und stark ausgeprägte Eigenschaft ist. Ehrfurcht der Jugend vor den älteren ist selbstverständlich. Sie entspricht auch der Thora. Nicht nur Ehrfurcht vor Vater und Mutter, Wertschätzung der Eltern, ist ein wichtiges Gebot, sondern auch die Ehrfurcht gegenüber den Erwachsenen, der Generation der Alten ziemt der Jugend und der Welt. Jedoch auch die Jugend wird geschätzt, nicht verachtet, aber ihre besondere Ehrung wird nicht gefordert und festgesetzt. Heil der Generation, in der die Erwachsenen von der Jugend gehört werden, in der die Jungen die Erwachsenen ehren und wertschätzen. Die Jünglinge müssen wissen, daß man nur durch Erfahrung weise werden kann, und daß man Erfahrung nur durch die Menge der Jahre erwirbt. Wieviel Worte macht Elijahu, der Sohn des Barachel aus Bus, als er in dem Kreise der Freunde Hiobs, die älter sind als er, zu Gehöl kommen will. In langen Ausführungen rechtfertigt er sich, weil er sich das Recht nimmt, vor ihnen zu sprechen. Jung bin ich an Tagen, und ihr seid Greise; darum habe ich mich bescheiden zurückgehalten und gefürchtet, euch meine Meinung zu sagen. (Hi. 32,6). So ziemt es sich für die Jugend im Kreise der Erwachsenen. Jedoch er suchte und fand diesmal den Grund für eine Rechtfertigung in den Erscheinungen des Lebens und den Fähigkeiten der Menschen. Doch der Geist ist es in den Menschen und der Odem des Allmächtigen, der sie verständig macht (a. a. o. 8). Es gibt, wie wir es im Leben sehen, junge Menschen mit einer Überlegenheit des Geistes und alte törichte Menschen ohne Kenntnis und Einsicht, denn Gott hat ihnen Weisheit versagt. Hier hat sicher die Jugend den Vorzug vor dem Alter. Jedoch nicht jeder junge Mensch ist weise, und nicht jeder alte töricht. Wenn vor uns ein junger, aufgeweckter, verständiger Mensch steht und auf der anderen Seite ein weiser alter Mann, verdient dieser den Vorzug vor dem jungen, jener muß gegenüber dem älteren auf Ehre verzichten und seine Meinung vor der des anderen zurücktreten lassen, schließlich Weisheit haben beide, aber Reife und Erfahrung

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