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Zion · 1938-04-01 · 3 (4.1938) · p. Seite 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
10 (1938)
Issue
3 (4.1938)
Date
1938-04-01
Page
Seite 6 (sequence 8)
Language
German
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Man soll uns nicht sagen, daß ein Schabbatgesetz, das eine vollkommene Ruhe anordnet, die Menschen zum Verhungern verurteilt. In zahlreichen Ländern findet am Sonntag keinerlei Verkauf statt, es herrscht vollkommene Ruhe, und kein Mensch sagt etwas dagegen. Und wenn man bei uns gegen das Gesetz ankämpft, so bemüht man sich den Scherez mit 150 Gründen für rein zu erklären, besonders mit dem Grund des Verhungerns, wenn man so sagen darf. Die deutliche, frevelhafte Absicht richtet sich gegen die Seele Israels, gegen die Heiligtümer des jüdischen Volkes. Es sind Galuttypen, die das Joch abwerfen wollen, heute verraten sie den Schabbat, morgen die Sprache, übermorgen das Land. Nicht sie dürfen protestieren, sondern die Gesamtheit muß protestieren, die dem Kampf gleichgültig gegenüber steht. Alle Kreise, mit wenigen Ausnahmen, gehen mit Stillschweigen zur Tagesordnung über, als wenn es sich um Dinge zweiten Ranges handelt. Wir alle, das ganze Volk, müssen ausrufen: Das darf nicht sein. Diese Heiligtümer dürfen nicht ausgerottet werden, für die unser Volk durch Wasser und Feuer gegangen ist, die die Scheiterhaufen überdauert haben. Das Volk wird diejenigen von sich abschütteln, die seine Heiligtümer angreifen. Denjenigen, die die Frevler unterstützen und in Wort und Schrift verteidigen, sei gesagt: Viele unter Euch empfinden schon die Leere und Öde im Leben. Auch Eure Kinder fragen: Vater, warum lebst Du nicht wie der Großvater, warum gibt es in unserem Hause keinen Schabbat und keinen Feiertag? Viele von Euren Kindern gehen heimlich in die Synagogen und kommen mit Begeisterung zurück und fragen die Frage des Tarn: Vater, warum lebst Du nicht so? Und auch unter Euch besteht eine starke Strömung, die seelischen Mängel und Schäden auszugleichen. Ihr bemüht Euch, diese Öde auszufüllen mit neuen Festtagen, die Ihr Euch ersinnt. Warum übernehmt Ihr nicht die überlieferten, geschichtlichen Festtage, die die jüdische Seele in allen Geschlechtern begeistert haben. Die englischen Arbeiter z. B. haben Ehrfurcht vor der Tradition ihres Volkes und lassen auch nicht von den Traditionen, die sie nicht vollkommen verstehen. Wir sind alle gekommen, das Land aufzubauen und zugleich die Sehnsucht nach seiner Tradition und ihren Werten zu erfüllen. Wer diese angreift, greift das Herz des jüdischen Volkes an. 6

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