Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 10 (1938)
- Issue
- 3 (4.1938)
- Date
- 1938-04-01
- Page
- Seite 4 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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geschaffen. Die Arbeiten der „Männer der großen Versammlung", der Tanaim und Amoraim entstanden auf pal. Boden. Zerklüftung der Parteihader ja*»n nmv brachten aber den Untergang des jüd. Staates und die dritte Galut, genannt Galut Edom, die schon nahezu 2 Jahrtausende andauert. Mit dem Maßstab anderer Völker gemessen, mit ihren Schicksalen verglichen, müßte Israel schon längst von der Weltbühne verschwunden sein. Und wenn dennoch nach 2000 jähriger Galut ein Lied angestimmt werden kann „Das jüdische Volk lebt", und wenn wir uns die Frage vorlegen, welches sind die überzeitlichen Stoffe der jüdischen Volksernährung, die seine vis Vitalis erneuern und es am Leben erhalten, so kann die Antwort nicht anders lauten als: „Drei Dinge sind es, die das jüdische Volk am Leben erhalten: 1. Die Treue zum Gott der Väter, 2. das Festhalten an unsere Tora und ihren Mizwoth, 3. die zuversichtliche Hoffnung auf eine Heimkehr". Generation auf Generation pflegte diese drei Ideale unseres Volkes, die sein Wesen formten. Man empfand das Leben im Exil als das, was es ist, und träumte immer von einer Heimkehr, in der Hoffnung, dort ein Volljudentum, das historische Judentum in seiner vollen Pracht und Vollendung zu erleben und zu verwirklichen. Von den höchsten Idealen des Judentums beseelt, ersehnt man die letzte Heimkehr ins Land der Väter, um dort das Judentum in seiner Ganzheit leben zu könn, seine Eigenart, seine Ethik, seine Heiligkeit verwirklichen zu können. — Die lange Dauer dieser Galut vermochte nicht die jüdische Einstellung zu Gott, Volk und Land zu ändern, und die daraus quellende dynamische Kraft irgendwie zu sdiwächen. Erst mit dem Beginn der Epoche der individuellen Emanzipation war eine gewisse Änderung im Leben unseres Volkes und seiner nationalen Einstellung eingetreten. nma?m Die Gleichberechtigung der Juden als Staatsbürger drohte die drei Grundpfeiler ües jüdischen Nationalhauses langsam zum Einstürzen zu bringen. Besonders zeigten sich die Schäden im Westen Europas. Die jüdische Tradition, die Pflege der Thora und ihrer Gebote wurden aufgegeben, und die alte Sehnsucht nach der Heimkehr nach Zion und Jerusalem wurde erstickt. Die Folgen sind bekannt. — Aber der Traum der Generationen, die Wirklichkeit des jüdischen Volkes, die Verbundenheit mit dem Lande der Väter waren stärker, als man glaubte. Mitten in der Assimilations- und Aufklärungsepoche, um die Mitte des vorigen Jahrhunderts, entstanden die ersten Ansätze zu einer Bewegung der Heimkehr, die wenige Dezennien darauf zu einer Bewegung der Renaissance des jüdischen Volkes, zu einer nationalen Bewegung von ungeheurer Dynamik, zur zionistischen Bewegung sich entwickelte. Es war eine gesunde Reaktion gegen die Bestrebungen der Vernichtung und der nationalen Auflösung. Immer stärker wurde die Bewegung für die Schaffung eines natio- 4