Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 10 (1938)
- Issue
- 3 (4.1938)
- Date
- 1938-04-01
- Page
- Seite 3 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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In Ägypten bedrohte die Galut unsere Existenz, unsere vitale Lebenskraft, unser Wachstum als Volk. Die drakonischste Maßnahme in dieser Hinsicht war die pharaonische Verordnung: „Jedes geborene männliche Kind soll in den Nil geworfen werden". Hierdurch sollte eine Volkswerdung, sowie die Volksrettung durch einen der Galutgeborenen verhindert werden. Dem werdenden jüdischen Volk ward in der Richtung seiner Sehnsucht geholfen, — nicht Erleichterung des Druckes, nicht individuelle Gleichberechtigung menschlicher Würde und Rechte, sondern Erlösung und Heimkehr sollten sein weiteres Geschick bestimmen. — Der Gott der Väter wollte ja Israel als sein Volk im gelobten Lande in Freiheit als nhso dj? an Hand seiner Thora, als Mustervolk „zum Lichte der Völker" erziehen und gedeihen lassen. Zu diesem Zweck erlebte Israel auf dem Weg zur Heimat die Offenbarung, erlebte es am Sinai die Thora «*b» Tw» «"n Das Ziel wurde in der ersten Periode unseres Volkstums nicht erreicht. Gewaltiges entstand zwar in Israels Mitte. Doch gewaltig war auch der religiös-kulturelle Abstieg. Die Folge war: Galut — Babel! Der größte Teil des Volkes wurde deportiert, geriet ins Exil. Dort drohte die Gefahr der kulturell-religiösen Assimilation. Denn mit dem Eintreffen der Exulanten in Babylonien hörten Verfolgung und Bedrückung auf. Der einzelne konnte unangefochten leben. Aber die jüdische Lehre und die jüdische Religion und mit ihnen die echte jüdische Nationalität waren gefährdet. Die Astralreligion Babyloniens und seine kulturellen Schöpfungen hatten eine verlockende Kraft, besonders für unsere Ahnen, da sie gewisse gemeinsame Grundzüge in Sprache und sonstigen Lebensformen aufwiesen. Was war es nun, das eine national-religiöse Katastrophe Israels in Babylonien verhinderte? Welches war die Quelle, die die Wurzeln unseres Lebensbaumes mit lebensspendenden Säften tränkte? „Wenn ich dein vergesse, Jerusalem, möge meine Rechte vergessen..." Es war jene alte Sehnsucht nach der Heimkehr ins Land der Väter, nach Zion und Jeruschalajim, trotzdem sie von Feindeshand in Schutt und Asche gelegt waren. Durch das sichtbare Eingreifen Gottes in die Zeitgeschichte dauerte es nicht lange, bis die zweite Heimkehr zur Wirklichkeit wurde, — unter der Führung gttbegnadeter und torabeflissener Führer, die eine Renaissance der Tora herbeigeführt hatten. Leider war die Heimkehr nicht von allen Exulanten vollauf gewürdigt. Ein großer Teil, vielleicht der größte Teil der Judenheit war mißtrauisch, glaubte nicht an das Gelingen des Aufbauwerkes, und gar mancher traute den Führern nicht. Das neu errichtete religiös-nationale Gemeinwesen hatte nur ein kleines Gebiet. Und dennoch hat es in den 6 Jahrhunderten seines Bestehens Schätze von Ewigkeitswert auf dem Gebiete des religiös-kulturellen 3