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Zion · 1938-03-01 · 2 (3.1938) · p. Seite 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
10 (1938)
Issue
2 (3.1938)
Date
1938-03-01
Page
Seite 7 (sequence 9)
Language
German
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Hier handelt es sich um das Aeußerste: Schlagen oder Selbstüberlassen, Tod oder anständiges Leben.** In diesem Sinne sagt auch sicherlich König Salomo: Wer die Rute spart, haßt seinen Sohn, aber wer ihn liebt, sucht ihn heim mit Züchtigung (Spr. 13, 24). Die Züchtigung für eine gewisse Jugend ist wie die Hefe im Teig, und ihr Zweck ist, die Jugend auf den richtigen Weg zu führen. Es gibt keine Regel ohne Ausnahme. Es gibt eine Jugend, die ohne Züchtigung nicht auf den richtigen Weg gebracht werden kann. Doch der Erzieher muß wissen, daß es für die Züchtigung Grenzen gibt: Züchtige Deinen Sohn, denn dabei ist noch Hoffnung, aber laß Dich nicht hinreißen, ihn zu töten. (a. a. O. 19, 18). Ein grausamer Schlag, der Lebensgefahr zur Folge haben kann, ist unzulässig, er verstößt gegen das Verbot: Du sollst nicht töten. Eine Züchtigung mit dem Stock muß das gehörige Maß entsprechend der Notwendigkeit innehalten. Jedoch ich fürchte, daß auch in unserem Zeitalter des Fortschritts nach der Verbreitung der wiederholten Forderungen der großen Pädagogen, wie Pestalozzi und seine Schule, sich noch immer Lehrer finden (nicht gerade die schlechtesten Lehrer, oder solche mit einem Herzen aus Eisen), die sich in der Praxis nach den angeführten und noch weiter anzuführenden Worten richten, einfach weil alle anderen Mittel manches Mal versagen. So finden wir noch folgenden Ausspruch: eine Torheit, an die das Herz des Knaben gewöhnt ist, muß die Zuchtrute entfernen (a. a. O. 22, 15). Das ist nach ihrer Ansicht die ultima ratio in der Schule. Deshalb wird jeder gute und liebevolle Lehrer beten, daß er ja nicht in eine solche Versuchung kommt. Heil dem Lehrer, dessen Schüler auf seine Worte zu achten wissen und an ihm aus Liebe hängen und auf seine Stimme allein hören! Wehe dem Lehrer, der nicht den Weg zum Herzen der Schüler findet durch Worte, die vom Herzen kommen, vom Herzen eines geistig und sittlich hochstehenden Menschen, und in das Herz des Zöglings dringen. Er wird dazu verführt, sich des Schreckmittels der Stockschläge zu bedienen, das meist nicht zu dem gewünschten Ziel führt. Von der Darstellung der Bedeutung der Züchtigung in der Erziehung ist nur ein Schritt zur Darstellung der Methode, wie der Lehrer den Charakter der Jugend und ihre Vorzüge erkennen soll. Schon bei seinem Spielen wird der Jugendliche erkannt, ob lauter und grad sein Tun ist (a. a. O. 20, 11). Der Maßstab für die Beurteilung des Charakters und der Natur des Jugendlichen sind seine Taten. Wodurch kann ein Jüngling seinen Wandel rein halten, doch nur, indem er ihn nach Deinem Worte hält . . (Ps. 119, 9). Es ist ein Glück für die Jugend, wenn sie dazu neigt, die Worte Gottes zu beobachten, die in der Bibel und von den Weisen, den Lehrern und bewährten Führern Israels, uns überliefert sind. Der Jugend fehlt noch die Fähigkeit, sich zu den Höhen der Welt des Nachsinnens und des abstrakten Denkens emporzuschwingen. Sie neigt zum **) Die jüdische Anschauung ist seitdem, daß der Tod einem zuchtlosen Leben vorzuziehen ist. Man denke an die Anordnung des Pentateuchs bezüglich eines widerspenstigen Sohnes (Dt. 21, 18—21). 7

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