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Zion · 1938-03-01 · 2 (3.1938) · p. Seite 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
10 (1938)
Issue
2 (3.1938)
Date
1938-03-01
Page
Seite 6 (sequence 8)
Language
German
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so ersehen wir daraus, daß Jeremia mangelnde Reife und jugendliche Verzagtheit in seinem Innern empfand. Angst und Furcht ergriffen ihn, als er an die Aufgabe seiner Sendung dachte, bis Gott ihn aufrichten und ihm zusichern mußte: denn ich bin mit Dir, Dich zu schüren, spricht Gott (a.a.O.). Ein solches Wort finden wir nicht bei Jesaja, als Gott ihm erschien, und er die Stimme Gottes hörte, der da sprach: wen soll ich schicken und wer wird für uns gehen! Jesaja antwortete mit voller Entschiedenheit und innerer Kraft: Ich bin bereit, schicke mich! Die bisher angeführten Stellen befaßten sich mit der physischen Kraft der Jugend, ihrer Stärke und Energie. Weit zahlreicher sind natürlich die Aussprüche, die die geistige Haltung der Jugend, ihre seelischen Fähigkeiten in verschiedenen Lagen und in verschiedenen Beziehungen behandeln. Zuerst wenden wir uns dem Hauptproblem im Leben der Jugend zu, der Frage der Erziehung und ihrer Methode. Einen klassischen Leitfaden der Pädagogik finden wir in dem Buch der Gleichnisse und Sprichworte in dem Buch „Sprüche" des weisesten der Menschen: Erziehe den Jugendlichen nach seiner Weise, auch wenn er alt wird, weicht er nicht davon (Spr. 22, 6). Dieser Vers enthält zahlreiche Grundsätze der Erziehung. Die verschiedenen Erklärer haben darauf hingewiesen. Jedenfalls sehen wir, daß nach der Ansicht des weisen Königs einer Jugend die Erziehung nicht fehlen darf. „Er spricht aus einem Milieu, in dem die Erziehung als Pflicht gilt, etwas Gegebenes ist, denn er spricht ja gar nicht von der Notwendigkeit der Erziehung, sondern nur von der Art und Weise der Erziehung" (A. Cahane in seinem Kommentar zu den Sprüchen). Unsere Weisen erklären: „Nach seinem Wege" — zu dem Weg, den er sein ganzes Leben gehen soll, erziehe ihn in seiner Jugend. Was heißt seine Jugend? Welches Alter ist als jugendlich zu bezeichnen? Hierüber streiten R. Jehuda und R. Nechemia; der eine sagt: von 16 bis 22 Jahren, der andere: von 8 bis 24 Jahren (Kidd. 30a, s. auch Raschi das. Stichw.,DY7,3 hü) Hier sehen wir auch die Grenzen der Jugendzeit nach der Ansicht unserer Weisen. An einer anderen Stelle finden wir eine pädagogische Einzelfrage: Halte nicht den Knaben von der Zucht fern, wenn Du ihn mit der Rute schlägst, so stirbt er nicht daran. Du schlägst ihn mit der Rute und rettest seine Seele von dem Untergang (a. a. O. 23, 13—14, s. auch 13, 24). Scheinbar finden wir hier eine Methode der Pädagogik, der nicht nur die Jugend, sondern auch die Pädagogen und Lehrer unserer Zeit sich widersetzen, und die sie ausrotten wollen. Jedoch dieser Erziehungsgrundsatz, der auch von dem Weisen Achiker behandelt wurde, findet die richtige Erklärung in den weiteren Ausführungen Achikers. Hieraus ist ersichtlich, daß auch der Verfasser der Sprüche mit seinen Worten nicht sagen will, daß diese Methode (Schläge mit dem Stock) in der Erziehung üblich sei, sondern nur, daß man sich ihrer bedienen soll, wenn es nicht anders geht. Dort heißt es: Laß Deinem Sohn den Stock nicht fehlen, wenn Du ihn sonst nicht vom Bösen retten kannst. (Worte Achikers, editio Cowley 81 — 2.) Wenn infolge der schlechten Veranlagung des Zöglings alles fehlgeht, dann Ast auch der Stock ein Erziehungsmittel. Er fügt hinzu: Wenn ich Dich schlage, mein Sohn, wirst Du nicht sterben. Wenn ich Dich Dir selbst überlasse, /v , wirst Du nicht am Leben bleiben. ö

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