Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 10 (1938)
- Issue
- 2 (3.1938)
- Date
- 1938-03-01
- Page
- Seite 4 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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- Zophar 1× ep/1007710
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zeit durch. Alles hängt davon ab, den Jischuw während dieser Zeit zu stützen und stark zu halten, damit er seine Aufgabe für uns bestehen kann, damit Erez Israel dem jüdischen Volke als Heimat erhalten und offen bleibt, daß nicht zwischen Lipp' und Kelchesrand der kostbare Trank noch verschüttet werde. Niemand sage: „Da Palästina jetzt nur einen kleinen Bruchteil der jüdischen Auswanderer aufnimmt, können wir ihm auch nur einen Bruchteil dessen zuwenden, was wir für unsere Gemeinschaft zu opfern bereit sind. Unverantwortlich wäre es, in dieses Palästina, das überaus gefährdet ist, dessen zukünftiges Schicksal unbekannt ist, Mittel und Menschen zu investieren. Warten wir erst ab, bis die Situation bereinigt ist, und wir klar sehen, was der morgige Tag bringen wird." Das,klingt plausibel und ist doch denkbar kurzsichtig. Mit rechnerischem Kalkül kann man die Freiheit eines Volkes nicht erwerben. Wenn wir warten wollten, bis sich in Palästina alles beruhigte, und die Verhältnisse gesichert wären, und uns solange distanziert halten wollten, dann würde es nie ruhig oder sicher, es sei denn, wir meinten die Sicherheit des Unterganges. Was dort wird, hängt in erheblichem Maße von unserem Glauben und unserer Opferkraft auch gerade in dieser Zeit der Unsicherheit und Bedrohung ab. Gilt es für jedes Volk, daß die Freiheit keine Sache der Spekulation ist. und daß man mit rechnendem Verstände allein die Zukunft eines Volkes nicht bauen kann, so noch mehr für unseres, dessen Erhaltung in Jahrtausenden Diaspora ein einziges großes Wunder, wie Weizmann es vor kurzem in einer Rede gesagt hat, „ein einziges großes Abenteuer in dem Königreich der Präzedenzlosen" darstellt. ffizh&l wimdt die Jmgi&msl Von Rabb. Dr. Samuel Grünberg. (Aus dem Sinai übertragen.) (Fortsetzung.) Ebenso sagt Zofar aus Naama, wenn er das Leben des Frevlers zeichnen will und von seiner ursprünglichen Gesundheit spricht: Sein Geblüt voll der Jugendkraft (Hiob 20, 11) und der weise König, der von der Jugend, ihrer Herrlichkeit und ihrer Schönheit spricht, faßt sein Urteil in dem Ausspruch zusammen: Die Zierde der Jünglinge ist ihre Kraft (Spr. 20, 29). Wenn der Dichter unserer nationalen Klagelieder, der Tränen vergießt über das Unglück seines Volkes, über die drängende Not, die über Israel mit der Zerstörung des Heiligtums, der Verwüstung des Landes und der Vertreibung ins Exil kam, seine herumirrenden, leidenden, niedergedrückten Brüder aufriditen will, beruhigt er sie mit den Worten: Gut ist's dem Menschen, wenn er ein Joch in seiner Jugend trägt (Klagelieder 3, 27), denn in dieser Zeit steht er in der Fülle seiner Kraft, seine Schulter wird nidit gebeugt unter der Last, die der Feind ihm auferlegt. Jedoch im Gegensatz zu der Anschauung anderer Völker sehen wir, daß bei den Juden die körperliche Kraft und Starke nicht die höchste Wert- 4