Mannheim
Compact Memory

Zion · 1938-03-01 · 2 (3.1938) · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
10 (1938)
Issue
2 (3.1938)
Date
1938-03-01
Page
Seite 2 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3133276-3139388-3139390--1280-3140806
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Ausbau. Abends dann, wenn das Dunkel hereinbricht, wird Abschied genommen, die Helfer von auswärts kehren heim zu ihrer Kwuzah, zur Arbeit und Wacht auf ihrem eigenen Boden. Bald werden von dem frisch montierten Wachtturm herab die Lichtkegel des Scheinwerfers die Nachbarschaft abtasten und Beweis dafür ablegen, daß hier Juden die Wacht halten. Warum dieses überstürzte Tempo? Weshalb muß während der knappen Stunden eines Tages alles das hergerichtet sein, wozu man sich sonst wohl Wochen und mehr Zeit läßt? Damit nicht ein arabischer Pflug den Boden hier furcht, Araber ihn in Bearbeitung nehmen und dann, allen Rechtstiteln zum Trotz, erst ein mühsamer und langwieriger Streit um den Besitz dieses Stückchen Landes beginnen muß. Des weiteren, weil hier auf vorgeschobenem Posten, entfernt von jeder jüdischen Siedlung, inmitten oft feindlich gesinnter Araber die neu zur Ansiedlung gebrachten jüdischen Menschen auch nicht eine Nacht ohne den schützenden Zaun und die Drahtverhaue und ohne das wachsame Auge des Scheinwerfers allen Angriffen preisgegeben werden sollen. Wie angebracht diese Vorsicht ist, ist gerade an dem Siedlungspunkt, dessen Entstehen Ihnen dieser Film zeigt, an Tirath Zwi, eindringlichst demonstriert worden, indem er vor wenigen Wochen das Ziel zweier nächtlicher Angriffe gewesen ist, die beide ohne Verlust jüdischer Menschenleben erfolgreich abgewehrt worden sind. Und dieses Tirath Zwi beweist ferner, daß die Juden sich zu verteidigen wissen, aber daß sie die Waffe auch nur zur Verteidigung gebrauchen. Gesetzestreue Jugend aus Deutschland, aus der Hachsdiarah des Bachad und dem Kibbuz Rodges hervorgegangen, dem Hapoel Hamisrachi in Palästina angeschlossen, ist hier zur Ansiedlung gelangt. Menschen, die einer besonders militanten Gesinnung kaum verdächtigt werden können; „um so bemerkenswerter ist", wie die „Times" schreiben, „ihre tapfere Verteidigung". Religiöse Jugend. Bevor sie zur Arbeit und in eine unsichere, gefährliche Zukunft auszieht, legt sie, wie an jedem Morgen, Tallis und Tfillin an und spricht die traditionellen Gebete. Das will schlecht zu dem stimmen, was man so häufig als Einwand gegen Palästina hört, daß das Heilige Land das unheiligste sei, daß dort wohl viel Anerkennenswertes geleistet werde, aber die Mißachtung der jüdischen Tradition, das Fehlen aller religiösen Gesinnung zu beklagen seien. Die so sprechen, haben oft auf Grund ihrer eigenen jüdischen Stellung und Lebenshaltung kaum die Legitimation zu solcher Kritik. Was Sie in diesem Film sehen werden, ist gewiß auch in diesem Betracht nicht das ganze Palästina. Auch wir wissen und geben zu, daß es dort große Teile der Jugend und der erwachsenen jüdischen Bevölkerung gibt, die einen ganz anderen religiösen Standpunkt einnehmen als die Helden dieses Films. Aber das, was Sie hier sehen,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.