Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 10 (1938)
- Issue
- 1 (1.1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Ursprungs sind, und viel Nachahmungen und Einflüsse fremder Kulturen und Weltanschauungen enthalten, die von der Anschauung des alten überlieferten Judentums völlig verschieden sind, ist es unsere Pflicht, den Charakter unserer Jugend zu erforschen, ihre Eignung und ihre Vorzüge, ihre Kräfte und Erfolgsmöglichkeiten, ihre Bestrebungen nach einem selbständigen Leben, den Unterschied vom Wege der früheren Generationen, die Emanzipation von der Führung der Älteren, der Männer mit Einsicht und Erfahrung, im Lichte unserer Bibel und ihrer Aussprüche über die Jugend und ihre Bewertung von den verschiedenen Gesichtspunkten aus. Wenn wir das Buch der Bücher, unsere Bibel, aufschlagen, diesen ewigen Führer unseres Volkes auf seinen zahlreichen Wanderungen, finden wir verschiedene Aussprüche, aus denen wir die große Wertschäfcung erkennen, die unsere großen Geister, unsere Propheten, unsere erhabenen Sänger, deren Wotre für unser Leben richtunggebend sind, der Jugend entgegenbringen. Gewiß, die Aussprüche sind alt, aber in unseren Augen sind sie jeden Tag neu, als wären sie jefct gesprochen und geschrieben, sie bestimmen das Gesicht unsers Volkes und zeigen den Weg unseres Lebens von Ewigkeit zu Ewigkeit. Aus den anzuführenden Aussprüchen werden wir klar und deutlich das Verhältnis der Bibel und ihrer Verfasser zur Jugend erkennen, ihre Ansicht über sie, über ihre Bedeutung, ihre Fähigkeiten, ihre Stellung in der Gesellschaft, über ihre Aufgabe im Leben des Volkes im allgemeinen und im einzelnen, ebenso über die Grenzen ihres Könnens und die Folgen ihrer Handlungen im Weltgeschehen. Es versteht sich von selbst, daß wir zu allererst in der Bibel die Wertschätung der körperlichen Kräfte der Jugend finden, der Jugend, die auf dem Höhepunkt ihrer Kraft steht, die Möglichkeit ihres Wirkens in verschiedener Hinsicht. Die Jugend war allgemein das Symbol der Gesundheit und Stärke. „Wie die Pfeile in des Kriegers Hand, also die Söhne der Jugend" (Ps. 127, 4), ruft der göttliche Sänger voller Begeisterung und er schließt: „Wohl dem Manne, der seinen Köcher mit ihnen gefüllt. Sie werden nicht zuschanden, wenn sie mit Feinden reden am Tore" (V. 5). Zum Kriege gegen Feinde ist Kraft, Mut, Energie und Beweglichkeit erforderlich, diese Eigenschaften finden sich bei der Jugend. „Er kehrt in die Tage der Jugendlichkeit zurück" (Hiob 33, 25). Das ist ein Wunsch für einen Schwachen und Kraftlosen, er bedeutet, er möge seine Stärke, seine Kraft, seine Gesundheit wieder erlangen, nach dem er durch Schmerzen niedergeworfen ist. Dies ist die Ansicht des Dichters und Denkers, der über die Erscheinungen des Lebens nachdenkt. Er spricht von dem Frevler, der sich von seinen bösen Taten abwendet, nachdem er durch die Leiden, die ihn wegen seiner schlechten Handlungen getroffen haben, zur Erkenntnis gekommen ist und Reue empfindet. (Fortsefcung folgt) 9