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Zion · 1938-01-01 · 1 (1.1938) · p. Seite 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
10 (1938)
Issue
1 (1.1938)
Date
1938-01-01
Page
Seite 8 (sequence 10)
Language
German
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der Wille zum Neuen und zur eigenen Erneuerung, zur Neugestaltung vom Fundament bis zum Gipfel im Leben der Familie, der Gemeinschaft des Volkes, alles nach der Ansicht und der Anschauung der jugendlichen Führer und Freunde ohne Mitbestimmung und Einfluß der Erwachsenen und der älteren Generation. Martin Buber sagt in seinem Vortrag die Vorurteile der Jugend, den er vor kurzem vor der Jugend gehalten hat, u. a. folgendes: „Die Jugend stellt sich gern vor, daß heute mit ihr die Welt anfange: „Was die Alten gemacht haben, ist ja doch nur Paterei; wir werden alles anders machen". Darin steckt etwas Schönes und Fruchtbares; damit die Jugend etwas zustande bringe, muß sie sich etwas zutrauen. Aber dasselbe Vorurteil wird hinderlich und gefährlich für die Generation, wenn sie sich von ihm her der Entwicklung dessen, was bis auf sie geschehen ist und sie selber hervorgebracht hat, verschließt; wenn der lebendige Strom der Überlieferung keinen Eingang mehr zu ihrer Seele findet. Dann wird sie von den ewigen Werten, die sie in dieser Zeit und in ihrer eigenen Art darstellen und verwirklichen sollte, abgedrängt." Die Ergebnisse der jüdischen Jugendbewegungen sind verschieden, manche verdienen Anerkennung, bei manchen muß man an ihrem Wert zweifeln, einigen muß man Fehler vorwerfen. Erwähnenswert ist, daß Ernst Holzer in seinem Aufsatz die jüdische Jugendbewegung (in der Monatsschrift „Der Morgen" 1928) über die jüdische Jugendbewegung ein hartes und entscheidendes Urteil gefällt hat, sie liege im Sterben und sei fast schon gestorben. Von anderer Seite hören wir ebenfalls sehr harte Worte über diese Bewegung. Es ist nicht möglich, sagt Franz Rosenzweig in seinem „Stern der Erlösung", daß unsere Jugend den Stempel der Jugendbewegung bei den anderen Völkern tragen soll. Bei ihnen kann der Jugendliche Ideal sein. Unser Ideal kann nur der alte Jude sein, aus dessen Augen das ganze Wesen der Nation, all ihre geistigen Schätze erstrahlen, und über dessen Haupt der Glanz der Schechinah erglänzt. Uns kann die Jugend, können die Jahre des Stillstandes nur eine Zeit der Vorbereitung und der Aufnahme des Geistes des Volkes und seines Inhaltes sein. Unserer Jugend kann keine andere Aufgabe zuteil werden, als „mit dem Staub ihrer Füße sich bestäuben" und „mit Durst ihre Worte zu trinken", derjenigen, die die Grundsäulen des Judentums zu allen Zeiten sind. Man vergleiche die Ausführungen bei Bergmannn „Höge Deoth", S. 207. Siehe dort auch eine Bemerkung Martin Bubers, der als Ideal den Lehrer höher stellt als den Führer der Jugendorganisationen. Wir aber sagen, daß solange die Bewegungen Bewegungen sind, solange sie im Fluß sind, ihre Bestrebungen sich erneuern, ihre Tätigkeit sich ändert, ihre Erfolge abhängig sind von den Geschehnissen und Richtungen, es schwer ist, ein endgültiges Urteil zu fällen. Eines ist jedoch klar: wo es eine Bewegung gibt, herrscht Leben, und unsere Jugendbewegungen mit ihren Irrtümern und Fehlern sind deutliche Beweise, daß das jüdische Volk lebt, und deshalb sind sie uns lieb. Da jedoch diese jüdischen Tugendbewegungen nicht ohne Folgen sein könilen, wecken sie unsere Aufmerksamkeit und fordern von uns eine eingehende Beschäftigung mit dem Leben der Jugend, ihrem offenkundigen Willen und ihren Bestrebungen, eine richtige Wertung unserer uns lieben Jugend, die angesichts des bestehenden Zustandes, der nicht immer glanzvoll ist, aufgerütelt wurde und nach grundlegenden Besserungen strebt. Und wenn wir sehen, daß die führenden Köpfe der anderen Nationen sich für die Probleme der Jugend interessieren, ihre Bestrebungen beobachten und dann die Resultate, günstig oder ungünstig, beurteilen, um wieviel mehr müssen wir unsere Jugendbewegung mit prüfendem Blick betrachten, ihr Vorgehen und dessen Folgen beurteilen. Da nun die jüdischen Jugendbewegungen, wie wir ausgeführt haben, nicht jüdischen 8

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