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Zion · 1938-01-01 · 1 (1.1938) · p. Seite 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
10 (1938)
Issue
1 (1.1938)
Date
1938-01-01
Page
Seite 4 (sequence 6)
Language
German
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Bilde der Wirklichkeit, wie es die Gegenwart zeigt, und wie sie die Zukunft bringen soll, tritt der Mensch der Gegenwart und der ideale Typus der Zukunft. Es gilt, den Weg zu finden, der vom Sein zum erfüllten Sollen führt. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, was die erste Führergeneration der T'nuat Tora wa Awoda in Deutschland bewegte. Sie stammte vornehmlich aus zwei Lagern. Die einen kamen aus dem Kreise der Orthodoxie, getrieben von der E r - k e n n t ni s , daß es in unserer Gegenwart ganz konkrete Aufgaben für das jüdische Volk gibt, und wir nicht abseits stehen dürfen bei dem großen Aufbauwerk in Erez Israel. Die anderen kamen aus den Reihen der allgemeinen zionistischen Jugendbewegungen, bestimmt von dem Erlebnis, daß eine bloß nationale Fundierung des Judentums die tieferen Schichten des jüdischen Menschen unbefriedigt läßt. Vereint wollten die Chawerim, die aus beiden Lagern kamen, arbeiten an einer Vertiefung des Judentums und an seiner Aktivierung. Für den Ernst ihrer religiösen Gesinnung war es von Wichtigkeit, daß manche durch das Stadium des Zweif eins hindurchgegangen waren und dann das religiöse Gut um so inniger als ihr Besitztum festhielten. Man sah, daß es sinnlos ist, von jüdischer Kultur zu sprechen, ohne den ersten Versuch zu machen, vom Aief Bet undBereschilbara elokim her die Dinge zu erarbeiten und aufzubauen. Darüber hinaus sollte das Lernen nicht nur Kulturfaktor sein, sondern der Weg, die Tora als Gotteswort kennen zu lernen, die jüdische Tradition von ihren Quellen her zu erfassen. Lernen war also nicht nur gefordert als Erweiterung des Wissens, sondern als notwendige Voraussetzung für eine religiöse Sinngebung und soziale Gestaltung des Daseins des einzelnen wie der Gemeinschaft. Diese Tendenz einer Vertiefung und gleichzeitigen Aktivierung des Judentums fand ihren Ausdruck in der Parole Tora wa Awoda. Es ist ein Verdienst der T'nuat Tora wa Awoda in Deutschland, daß es ihr gelungen ist, den Anschluß des traditionellen Judentums an die Werte und Probleme der Welt zu finden, ohne die Verwurzelung im religiösen Judentum und damit auch sich selbst zu verlieren. Gewiß fallen in jedem Kampfe Opfer, gewiß ist das Bildungsproblem für den religiösen Juden Anlaß zu starkem Ringen. Gewiß waren die ostjüdischen Chawerim vor die Diskrepanz gestellt, die zwischen einem unter anderen Voraussetzungen religiös erzogenen Elternhaus und der Umwelt, in der sie nun aufwuchsen, bestand. Für manche war die T.T.w.A. am Anfang eine Durchgangsstation auf dem Wege vom traditionellen Judentum zur Ungebundenheit. Daß es uns gelungen ist, eine innere Festigung unserer Menschen zu erreichen, die das Religiöse wie das allgemein Jüdische in sich schließt, erfüllt uns mit Freude und Stolz. Nicht zuletzt war es die Frucht eines strebenden Sich-Bemühens, das die Auseinandersetzung mit anderen Weltanschauungen nicht scheute und, seines Judentums bewußt, diest Auseinandersetzung aufnahm, sich den Fragen stellte, auch wenn 4

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