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Zion · 1938-01-01 · 1 (1.1938) · p. Seite 2

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Journal
Zion
Volume
10 (1938)
Issue
1 (1.1938)
Date
1938-01-01
Page
Seite 2 (sequence 4)
Language
German
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Der Zionismus meint das Problem der Juden Ii c i t, des einzelnen Juden, der Objekt, Opfer dieses Kampfes ist. Tora im Derech Erez wollte die unsterbliche Gemeinschaft der Juden, der Zionismus das lebendige Volk und seine Heimstätte. So gewiß es nun ist, daß der Zionismus sich in den Rahmen der nationalen Bewegungen des ausgehenden neunzehnten und des beginnenden zwanzigsten Jahrhunderts fügt, so gewiß ist auch, daß in ihm spezifische, aus der Geschichte wie aus der Situation des jüdischen Volkes erwachsende Tendenzen zusammentreffen. Für manchen Juden war das zionistische Ideal der Traum, der die Kraft zum Leben gibt, das Wunschbild als Korrektur der Wirklichkeit. Die Romantik eines alt-neuen jüdischen Nationalgefühls, die Hoffnung auf Erfüllung alter Träume, auf die Lösung neuer Probleme, die Reaktion auf den Antisemitismus waren die Motive der zionistisdien Bewegung. Die einen forderten Erez Israel als Kulturzentrum, um die Not des Judentums zu lösen. Für die anderen war der politische Zionismus, der die politischen und wirtschaftlichen Fragen der Judenheit lösen wollte, das Entscheidende, das der Aufbau Erez Israels bringen sollte. Jeder Zionist erkannte das Baseler Programm an. Es war ein Rahmen, dessen Umfang von allen Zionisten gebilligt werden konnte. Beim Fortschritt der Arbeit mußte die Verschiedenheit der Meinungen sichtbar werden, die über den Inhalt, Methode und Sinn des Aufbauwerkes bestanden. So gelangten die verschiedenen Richtungen innerhalb der zionistischen Bewegung zu einer festeren organisatorischen Zusammenfassung. Der Misrachi knüpfte an die alte religiös-fundierte Zionsliebe an, bedeutete aber dennoch etwas grundsätzlich Neues im Lager des religiösen Judentums. Aus dem Warten auf Maschiach war ein höchst Aktives, in seinen politischen und organisatorischen Formen Neues, ein Vorbereiten der Ge'ula geworden. Man wollte Erez Israel als geistiges Zentrum, Merkas Ruchani. Dazu bedurfte es der Atmosphäre, die nur das überlieferte Judentum gibt. Deshalb sah der Misrachi die Arbeit auf dem Gebiete der Erziehung, die Errichtung von Schulen als seine wesentliche Aufgabe an. Die Kinder von heute — die Männer von morgen — sollten durch eine religiöse Erziehung geformt werden. Bei allen Erfolgen des Misrachi-Schulwerkes mußte es wirkungslos bleiben, weil das Leben Erez Israels, gewichtiger Erziehungsfaktor, seine Prägung durch Menschen erhielt, die dem überlieferten Judentum fernstanden. Die Tora-wa-Awoda - Bewegung setzte an diesem entscheidenden Punkte ein. Mit dem Misrachi wollte sie den Weg beschreiten, der durch die Erziehung zur Verwirklichung führt. Aber sie hatte erkannt, daß bedeutsam und eigentlich wirksam ist die Erziehung durch Verwirklichung. Die Tora sollte wieder Bezirke des staatlichen und 2

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