Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 10 (1938)
- Issue
- 1 (1.1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 1 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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O N xt i Berlin, Januar 1938 1A iaWat,„ Nn 1 -Schwat 5698lO.Jahrgang. Der Wegr dep Teva wa ikwoda* 'Bewegung Von Dr. Josef Burg, Berlin. Nach einer langen Zeit des Ghettolebens beteiligen sich mit dem Beginn der jüdischen Neuzeit, von der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts ab, die Juden West- und Mitteleuropas am Kulturleben ihrer Umwelt, als Nehmende wie als Gebende. Keine ruhige Entwicklung war es, die das Judentum in dieser Epoche durchlebte. Ein Sturm vielfältiger, oft einander widersprechender Empfindungen preßt die Jahrhunderte der Entwicklung, in denen andere Völker den Übergang in die Neuzeit vollzogen hatten, in Jahrzehnte zusammen, die das Gegeneinander von Neuem und Altem deutlicher, jede mögliche Reaktion und Verhaltensweise wirksam werden lassen. Es war keine Zeit, in der eine Lösung der Fragen des Judentums und der Judenheit organisch heranreifen konnte. Von religiös-gesetzestreuer Seite stellte sich Samson Raphael Hirsch den Problemen, auch mit einer gewissen Kritik an dem im religiösen Lager Üblichen: „Vergessen die,herabgeerbten Ansichten und Nichtansichten über Judentum". Einen Weg konnte es nur geben, „das Judentum aus sich erkannt . . . Mit Davidischem Sinne Natur angeschaut, mit Jesaitischem Ohr Geschichte vernommen". Als Juden sollen wir die Bibel lesen. Es lag in der Problematik des Judentums seiner Zeit (vielleicht dem aller Zeiten, dem das Sich- Bewähren in der Welt zugleich die Aufgabe des Sich-Bewahrens stellt), daß das Zurückführen zu den Quellen ebenso das Thema mitanschlagen mußte, wieweit der Jude an der Umwelt teilhaben könne und dürfe. Das Problem der jüdischen Existenz und Sonderexistenz erweist sich im Geistigen. Es ist im letzten ein Problem des Judentums. Der einzelne ist Schauplatz des Kampfes. 1