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Zion · 1937-10-01 · 5 (10.1937) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
9 (1937)
Issue
5 (10.1937)
Date
1937-10-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Zukunft mit den Erfahrungen und Kräften, die aus der Vergangenheit stammen. Der Sinn des Misrachi ist es, das Erwachen zur Aktivität und zu allen Werten produktiver Arbeit einzureihen in die Linie unseres Schöpfertums von ehedem, die Einheit in unserer Zeit zu sichern und die Einheit zwischen den Zeiten. Ein besonderes Kapitel ist der Rolle der Theorie, des „Lernens" im Misrachi gewidmet. Leben und Lehre* dienen gemeinsam „der Gründung der Erde im Königreich Gottes". Eine Verbindung des religiösen und nationalen Gedankens sieht der Verfasser in dem Prinzip der /^.roeit, in der Heiligung des irdischen Bezirks, des Berufs, der wirtschaftlichen Angelegenheiten. Awoda bedeutet gleichzeitig Arbeit und Gottesdienst. Die Formung des noch Ungeformten bedeutet eine Fortsetzung der Weltschöpfunig. Nur eine zusammenhängende Lektüre lehrt den Wert der vorliegenden Arbeit erkennen. Wer sich über die Tagesarbeit erheben, von der Politik zur Idee aufsteigen will, wird zu diesem Heft greifen und in ihm reiche geistige Anregung und Befriedigung finden. Joseph Carlebach: Das gesetzestreue Judentum, Jüdische Lesehefte, herausgegeben von A. Leschnitzer, Schockenverlag, Berlin 1936. Das äußerlich anspruchslose, billige, nur 54 Seiten starke Heft birgt einen überaus reichen Inhalt. Das erste, die Idee überschriebene Kapitel stellt nicht nur das gesetzestreue Judentum, sondern den gesamten Inhalt des Judentums in meisterhafter Klarheit und Kürze in teilweise fast poetischer Sprache dar. Die Bedeutung der Bibel und der mündlichen Lehre wird gewürdigt, Prophetie und Halacha werden erklärt, das Verhältnis des Binzeinen zur Gemeinschaft, des jüdischen Volkes zur Gesamtmenschheit, des Gegenwartlöbens zum Messianismus wird feinsinnig und prägnant gedeutet. Die Stellung des überlieferten Judentums zur Wirtschaft und zur Zeitkultur wird umrissen. Das Kapitel „die Geschichte" geht davon aus, daß bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts die Geschichte des gesetzestreuen Judentums mit der Geschichte des Judentums identisch ist. Das Kapitel beschränkt sich deshalb auf eine anschauliche Darstellung der Auseinandersetzung zwischen Orthodoxie und Liberalismus im 19. Jahrhundert in Deutschland. Das Kapitel schließt mit der Kennzeichnung der verschiedenen Strömungen innerhalb des gesetzestreuen Judentums, Austritts- und Gemeindeorhodoxie, Aguda und Misrachi. Der Verfasser bezeichnet es als eine tragische Paradoxie, daß weite Kreise des gesetzestreuen Judentums dem Erwachen des jüdischen Volksgedankens, der Wiederbelebung der hebräischen Sprache, der praktischen Chibat Haarez kühl gegenüberstanden. Das Heft schließt mit einer Aufzählung und Kennzeichnung der Organisationen und Institutionen des gesetzestreuen Judentums in Deutschland. Wir wünschen, daß die Broschüre viele Leser auch in thorafremden Kreisen findet. Sie wird dazu dienen, Interesse und Verständnis für das thoratreue Judentum zu wecken. A. L. Wcv den Sinfluss dtev ThcFa. im jüdischen tlaxtAe sichern will, tviit dem ftlisvachti bei» ■■HnBHaiIHDmMraBnHnHBHnBIBMBW Verantwortlich: Dr. Alfred Lehmann, Berlin W 30 / Verlag des Zion Berlin W 50, Augsburger Str. 60 / Druck: Fürst, W 30, Goltzstr. 26 Bezugsgebühr vierteljährlich RM 1.— / Postscheck: Dr. Alfred Lehmann Sonderkonto Berlin 158910 / Auflage 890

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