Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 9 (1937)
- Issue
- 5 (10.1937)
- Date
- 1937-10-01
- Page
- Seite 11 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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liebenden Bindung an ihn, ist immer der Raum da zwischen ihm und der Gruppe, den seine menschliche Reife und Erfahrung, seine geistige Überlegenheit selbstverständlich geschaffen haben. Wenn er etwas verlangt ohne Besprechung, oder etwas sagt ohne Erklärung, dann folgt man ihm vertrauend, weiß man doch, daß er, soweit es die Fassungskraft der Gruppe erlaubt, mit ihr überlegt und berät, darüber hinaus mit einzelnen, die weiter sind, tiefer auf die Dinge eingeht. Tut er es diesmal nicht, dann, weil es noch nicht möglich ist. Die Person des Leiters, die die Gruppe geschaffen hat, ist es, die sie über sich hinausweist. Denn so geht der Weg: Wir müssen den Einzelnen aus dem Umkreis seiner Person hinauslösen in den größeren Kreis der Gruppe, aber diese darf uns nicht Selbstzweck bleiben, sie ist nur die Musterzelle für den neu zu errichtenden Bau des jüdischen Volkes. Darum ist, wenn die Grundlage der Gruppe da ist, unsere Aufgabe, uns in den Stromkreis einzuschalten, wir dürfen keine Gelegenheit versäumen, es zu tun, sei es ein Bibelkurs, in dem uns die zeitlose Aktualität der prophetischen Mahnrede ins Bewußtsein übergehen muß, eine Geschichtsstunde, in der eine Notzeit des jüdischen Volkes behandelt und mit unserer in Verbindung gebracht wird, oder eine Auseinandersetzung des Werdens mit der Vergangenheit stattfindet, sei es ein Privatgespräch, in dem klar wird, wozu wir uns bereitstellen müssen, um uraltes Gut in uns zu verlebendigen und es weitergebend und gestaltend zu erhalten. Soziale Erziehung ist nicht Ziel, sondern Weg zu einem höheren Ziel, das tief verankert ist im religiös-nationalen ewigen Wert. So aufgefaßt, ist die Forderung nach ihr zeitlos, aber unsere Zeit der tiefen geistigen, religiösen und lebensmäßigen Krise ruft laut nach ihr, und der Ruf darf nicht verstummen, ehe eine neue helle Zukunft erbaut ist. $ku& d.e& $heb&if (Mis&ezchi*r'FvauGTiM im grez <%z>*zel E 11 a B 1 a u , Hamburg. Kein größeres Erlebnis kann heute eine Jüdin durch eine Reise haben als das: Palästina zu erleben. Die geistige Erschütterung durch eine Palästinareise ist natürlich umso tiefer und nachhaltiger, je ernster man sich vorher durch zionistische Arbeit und jüdisch-kulturelle Kenntnisse auf das Land vorbereitet hat. Man kann gewissermaßen eine Hachscharah auch für eine Reise nach Erez Jisrael durchmachen. Und dennoch! „Es ist alles anders, als man es sich vorher gedacht hatte." Auch für die Misrachistin. Sehen wir von allen Überraschungen ab, 11