Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 9 (1937)
- Issue
- 5 (10.1937)
- Date
- 1937-10-01
- Page
- Seite 7 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3133276-3139382-3139387--1242-3140767- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Es gab eine Zeit, in der der Talmud der einzige Lehrgegenstand in der jüdischen Gasse war. Die ganze Judenheit wurde durch ihn erzogen. Müssen wir, wenn wir von der Wiederbelebung des jüdischen Volkes und des Judentums sprechen, diese Quellen verlassen? Wer sagt, daß nur Rechnen, Geographie und Naturkunde geeignete Fächer sind, um zur Vollkommenheit zu führen, vielleicht ist auch der Rechtsunterricht eine ebenso wichtige Wissenschaft wie die Geographie, vielleicht müssen wir Pädagogik und Psychologie in unseren Schulen einführen, oder die Musik, die so sehr auf den Menschen einwirkt. Gewiß, es gibt eine Tradition in den Einrichtungen der Schule, und es ist schwer, neue Fächer einzuführen. Aber auch wir haben eine Tradition, den Unterricht in Thora und Talmud. Diesen können wir nicht vor anderen Fächern verdrängen. In der modernen Pädagogik wird die Forderung nach einer Verminderung der Fächer erhoben, die Hauptsache ist, den Verstand und die seelischen Kräfte zu wecken. Das erreichen wir durch den Talmudunterricht. Nicht die Fächer fördern die Entwicklung des Kindes, sondern die Art und die Methode des Unterrichts. Ich teile nicht den Schmerz mancher Leute über die Verminderung des Wissens in der Erdkunde oder einem anderen Fach in unseren Schulen. Ich empfinde eher die Verminderung des Thoraunterrichts in den anderen Schulen schmerzlich. Wenn wir uns für ein „weises und verständiges Volk'" halten, dann verdanken wir das nur dem Studium des Talmud. Dieses Fach hat uns die Kraft gegeben, alle Hindernisse in der Galut zu überwinden. Wir haben Ordnung und Methode in den Unterricht in der Thora gebracht. Das ist ein großer Fortschritt. Die Absolventen unserer Schulen können ein Blatt Gemara lernen, sie können Hebräisch, Rechnen, Erdkunde, sie sind geistig gut entwickelt. Wir erstreben eine Wiederbelebung der Thora und des Judentums, eine Wiederbelebung des Geistes. Unsere Schulen sind ein wichtiges Werkzug zu diesem heiligen Ziel. &j?&i<&h.wm$$&f]ct&g&Ti <2@z> Mafflehen ffltzGlfasch ava Von Betti Cahn, Köln a. Rhein. Die Mittleren-Hachschara umfaßt zwar nicht alle Seiten des Lebens, sondern nur die, auf die hin sie erziehen will, aber die auch ganz, hier gibt es, im Gegensatz zur Schule, keine Spaltung zwischen Theorie und Praxis, in jugendlicher Form ist das Gemeinschaftsleben einer palästinensischen Siedlung bereits hier in einer Gruppe 16- bis 17jähriger Jungen und Mädchen vorgezeichnet. Bei der Aufzeigung der Prinzipien sozialer Erziehung wird sich vor uns ein Bild dieses Lebens allmählich entrollen. Zunächst kann 7