Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 9 (1937)
- Issue
- 5 (10.1937)
- Date
- 1937-10-01
- Page
- Seite 4 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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gung des Werktages in den Niederungen des Werkes gelingen kann. Wohl aber kann die volle Bereitschaft zum Produktiven als Achse alles Tuns und Sinnens zu der Sicherung führen, wenn sie mit Festigkeit die ganze Weite der Welt und der durch sie «gestellten Aufgaben bejaht und auf sich nimmt. Alles als Arbeit, alles als Dienst zu werten, den Dienst an der Erde wie den Dienst an Gott, bringt nicht nur Einheit in unsere Haltung, sondern leitet die spezifischen Züge des religiösen Erlebens dem diesseitigen Dienst, die besondere Note des Produktiven, des diesseitigen Könnens der Sphäre der Unendlichkeit zu. Diese Harmonisierung des jüdischen Menschen und die Neuformung und Erhöhung des Nationalen und Religiösen ist bedeutungsvoll genug. Für das Religiöse haben wir die Fruchtbarkeit der Beziehung zur Arbeit gezeigt. Das Nationale ist zunächst schlichte Voraussetzung: ohne Heimkehr in die Heimat werden die tiefsten Bedingungen des Erwachens nicht geweckt, ohne Autonomie und die notwendigen Voraussetzungen einer gesunden Erneuerung kann die Arbeit nicht ihre befreiende Funktion erfüllen. So ist der nationale Gedanke eine Praemisse unserer Bestrebungen, geschichtlich aber auch systematisch. Die Arbeit aber bleibt nicht Schuldner, sondern erstattet die Schuld mit Zinsen zurück, indem sie den völkischen Gedanken aus der Welt der Inspirationen in die der schöpferischen Handlungen bringt. Er verliert zudem das Aggressive, Aufreizende und gewinnt sittlichen Züschs; er wird durch seine Vollbringung gerechtfertigt und wird zum Segen. Dieser Segen beginnt bereits auf früher Stufe: sobald sich Menschen in nennenswerter Zahl einer so reichen und reifen Auffassung unseres Renaissancegedankens zuwenden, ist der Weg zu einer historischen Tat gebahnt. jBvziehvm&swe&G dies ftlisveEchi in Jsvael Von Raw Jakob Beermann, Jerusalem. (Aus einem Referat auf der allgemeinen Lehrertagung in Jerusalem am 4. Tischri 5698. (Nach dem Hahed.) Ich will hier hauptsächlich über das Ziel unserer Erziehung sprechen. Wir wollen dem Kinde eine Weltanschauung geben. Wir wollen in sein Herz den Gedanken des ursprünglichen Judentums, das prophetische Ideal pflanzen. Wenn es etwas gibt, worauf das jüdische Volk stolz sein kann, wenn es der Menschheit ewige Werte gegeben hat, so sind das nur die Thora und die Propheten. Das jüdische Volk hat der Menschheit eine Weltanschauung gegeben, die Grundlage jeder Kultur und Wissenschaft, den Glauben an Gott und das Streben nach Recht und Gerechtigkeit. Die Betrachtung der Religion als einen Nebenpunkt, wie es vielfach geschieht, ist unjüdisch und kann keinen erzieherischen Einfluß ausüben, denn sie entwickelt keine Weltanschauung. Ich will nicht die allgemeinen Schulen, deren Wert ich zu schätzen weiß, kritisieren. Aber es ist ein Unterschied zwischen Religion und Hinwendung zur Tradition. Man erklärt nicht nur die Erzählung vom Propheten Elia als Mär- 4