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Zion · 1937-10-01 · 5 (10.1937) · p. Seite 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
9 (1937)
Issue
5 (10.1937)
Date
1937-10-01
Page
Seite 3 (sequence 5)
Language
German
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opfert haben, gleichen sie nicht den Völkern. Sie verachten die nationalen Heiligtümer. Viele ihrer Gelehrten vereinigen sich mit den Judenfeinden in der Geringschätzung unserer heiligen Schrift. Sie zerlegen die Thora in Fragmente und schämen sich nicht, die Verfasser der heiligen Schriften unseres Volkes als Fälscher zu behandeln. Was uns vor allem nottut, ist der Kampf nicht für die Unversehrtheit des Landes und seiner Grenzen — dies kann nur allmählich kommen — sondern für die Unversehrtheit der Thora, denn sie ist die Seele der Nation. Wir müssen zeigen, daß die Thora nicht die Angelegenheit einer Gruppe ist, sondern der Lebensgeist des jüdischen Volkes in den Tagen der Zerstreuung und erst recht in der Zeit der Rückkehr in sein Land. §f©£fesslieusf mwtdL Stvh&if Von Dr. Oskar Wolfsberg, Jerusalem.* Die innere Einheit von Gottesdienst und Werk des Berufs findet ihre überraschende und beglückende Parallele in der sprachlichen Identität: Awoda ist der gemeinsame Terminus für beide Gebiete. Im Tiefsten ist das Leben des Menschen eines und die Haltung einheitlich: der Jude, insbesondere der Jude, dem die Zukunft seines Volkes alles ist, eine Zukunft, die die Aktualisierung aller Potenzen unserer Nation erstrebt, kann nicht besser in das Leben treten als im Zeichen der Arbeit. Der Begriff soll aber in seiner reifsten Gestalt, in seiner sublimsten Form begriffen werden: nicht nervöse Unruhe und Unfähigkeit zum Nichtstun. Schaffen aus Verlegenheit, nicht jene billige Zweckhaftigkeit des Erfolg haschenden Krämers. Sondern die Gestaltung, die Formung des noch Umgeformten ist uns auferlegt, eine Fortsetzung der Weltschöpfung, eine Vermehrung der Ordnung im Bezirk des Chaotischen. Das ist nichts, was dein Einzelnen Befriedigung eigener Sehnsüchte und Ambitionen gibt, sondern an große Zeitabschnitte und weite Strecken geknüpft ist. Erst spät läßt sich absehen, ob ein Beitrag zum Ausbau der Schöpfung wirklich geglückt ist. Ob wir Gottes Teilhaber an dem Werk der Schöpfung sind, kann erst aus großer Distanz beurteilt werden. Nur eines weiß der Mensch, der schafft, weiß sein Kreis und seine Zeit: ob er mit so ernster Gesinnung an sein berufliches Tun herangetreten ist wie ein frommer Mensch an den Gottesdienst. Deshalb ist der Einklang von Gottes- und Werkdienst uns so bedeutsam, weil hier die Hoffnung auf Uberwindung des tragischen Zwiespalts in der Seele des Menschen ebenso Heilung finden, wie objektiv das Auseinanderfallen der religiösen Sphäre und der Arbeit im Beruf nur so verhindert oder rückgängig gemacht werden kann. Ich glaube nicht, daß sich von der ökonomischen und sozialen Basis aus — bei allem heldenhaften und sittlich bewundernswerten Ringen um höchstes Gelingen — der Aufschwung in die Höhe einer geläuterten, lebensvollen Religion bewerkstelligen läßt. Ich glaube nicht, daß einer nur religiösen Einstellung mit ihrer Überbewertung des Welt- und Lebens fernen, wenn nicht oft gar Lebens fremden und -feindlichen, die Heili- * Aus der unten angezeigten Broschüre „Misrachi". 5

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