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Zion · 1937-09-01 · 4 (9.1937) · p. Seite 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
9 (1937)
Issue
4 (9.1937)
Date
1937-09-01
Page
Seite 14 (sequence 16)
Language
German
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der Sintflut. Anknüpfend an assyrische, indische und griechische Geburtslegenden ist man bestrebt, Moses als ungeschichtlich zu zeigen. Die Gesetze der Thora werden als eine Nachahmung der Hamurapischen Gesetzesordnung dargestellt. Die Prophetie sei ägyptischen Ursprungs. Die Propheten werden öfters auf das Niveau derjenigen des Baal gestellt. Die Psalmen sucht man, auf babylonische Vorbilder zurückzuführen. Die Weisheitsbücher sollen von den Weisheitssprüchen der Ägypter herrühren oder beeinflußt sein. Die jüdische Religion sei in ihrer Totalität nur unter dem vorderorientalischen Aspekt zu begreifen und zu erklären. Das komparative Moment wirkt sich vollends aus.3) Was die Literarkritik nicht zu zertrümmern vermochte, das soll die religionsgeschichtliche Schule vollbringen. Statt, wie gesagt, das wahrhaft historische Material der Funde zur Erklärung mancher Stellen der Bibel zu verwenden, sucht man mit allen Kräften ein vorher gestecktes Ziel zu erreichen, mittels Hinweise und vermeintlicher Analogieen die Bibel von ihrem göttlichen Nimbus zu befreien.4) Und wenn man kühn spricht: „Wir brauchen uns nicht darüber zu grämen, daß uns ein Offenbarungskodex im Sinne der Väter verloren ging"5), so beteuert man doch, daß es sich dabei nur um eine Umwertung, nicht aber um eine Entwertung handelt.6) Und dieser Weg soll der Weg der Zukunft sein, wie Greßmann meint: „Der gegenwärtigen und zukünftigen Generation haben sich andere Wege eröffnet. Einer davon ist die religionsgeschichtliche Forschung. Auf das 1 i t e r a r - kritische ist das vorderorientalische Zeitalter gefolgt. Seit der Keilschriftenfunde von Tel-el-Amarna muß der Alttestamentier die Sprachen, Religionen und Kulturen des vorderen Orients kennen lernen . . ." Israel wird in die vorderasiatische Kultur hineingezogen, und es wird versucht, seine Religion in der vorderasiatischen Religion aufzulösen. Zwar hegt er schwere Bedenken gegen diesen Forschungsweg, indem er bemerkt, daß jedes Volk seine individuelle Seele hat, mit ihren spezifischen Fähigkeiten und Gaben, seine persönliche Note, die es von allen anderen unterscheidet... Gegen die Behauptung, daß die israelitische Kultur eine Mischkultur sei, behauptet Gr., daß die israelitische Literatur und Religion eine durchaus selbständige geistige Kultur darstelle... daß das Judentum gewiß eine eigenartige Größe sei", aber der Weg muß, seiner Ansicht nach, wenn auch vorsichtig, gegangen werden... Auch hier eine zu bedauernde Inkonsequenz, ein Stehenbleiben auf halbem Wege. 3) Vgl. Jeremias, Das Alte Testament im Lichte des alten Orients. 4) Vollmer, a. a. O. S. 58. 6) ebenda. 6) ebenda. 14

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