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Zion · 1937-09-01 · 4 (9.1937) · p. Seite 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
9 (1937)
Issue
4 (9.1937)
Date
1937-09-01
Page
Seite 13 (sequence 15)
Language
German
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die archäologischen Funde sowie die kulturgeschichtlichen Arbeiten zunutze machen, um dadurch ein besseres Verständnis mancher unklaren Stellen der Bibel zu erlangen. Auch die politische Geschichte des Altertums kann uns manchen Fingerzeig bieten. Aber hüten müssen wir uns vor den nivellierenden Verfahren und der Komparation, die in den neuen Methoden, am schlimmsten vielleicht in der religionsgeschichtlichen Methode der neuesten Zeit, obwalten. Auch die Deutung mancher Stellen von zeitgeschichtlichem Hintergrunde aus könnte bei größter Vorsicht manch neue akzeptable Erklärung bieten. Die Bestimmung der Entstehungszeit der Texte bleibt jedoch, bei genauer Untersuchung, durchweg hypothetisch. Eng verbunden mit der literar-kritischen ist die eben erwähnte religionsgeschichtliche Methode. Ihr Begründer ist de Wette, und ihre größten Wortführer waren: Watke, Graf, Kuenen, Wellhausen, Duhm, Kittel, Gunkel, Strack, Baudissen, König, Saiten u. a. m. Zwei Grundgedanken bilden ihr Leitmotiv. 1. Die jüdische Religion ist eine Evolutionsreligion. Ihre Wurzeln sind in primitiven, längst vergangenen Religionsstufen zu suchen. Sie stellt eine geschichtliche Größe dar, die sich nach Art aller geschichtlichen Entwicklung entwickelt hat. Man spricht von der vorgeschichtlichen, israelitischen und jüdischen Religion, sucht unter diesem Gesichtspunkte die biblischen Vorschriften, die historischen und prophetischen Bücher in ihren Gedankengängen zu deuten. Hierbei entstand die Hypothese vom „Priestergesetz" des Pentateuchs, das man nicht mehr als mosaisch, sondern als exilisch oder nach exilisch erklärte. In Bezug auf den Gang der Entwicklung, namentlich in ihren Anfängen, ist man verschiedener Auffassung. In Verbindung mit der Literarkritik erklärt man die verschiedensten Stellen der Bibel als „unecht" oder tendenziös2). 2. Die israelitische Religion erklärt man als Mischreligion: Sie wäre mit den Religionen der Nachbarvölker Israels eng verbunden gewesen und von ihnen abhängig. Überall und zu allen Erscheinungsformen der israelitischen Religion werden Analogieen und Zusammenhänge mit denen der vorderasiatischen Völker, wie Ägypter, Babylonier, Phönizier, Perser u. a. m. gesucht und konstruiert. Das bei den Ausgrabungen an den Tag geförderte, religiös-kulturelle Material wurde sofort nach dieser Richtung hin untersucht, erforscht und ausgewertet. Alles Bedeutungsvolle in der Bibel wurde als entlehntes Gut oder zumindest als von der Umwelt beeinflußt erklärt. Man sucht überall Fäden aufzudecken, die von der Bibel zu den religiösen Gruppen der Vorzeit führen. Demnach seien auf die Schöpfungsgeschichte die babylonischen Sagen von Einfluß gewesen, ebenso auf die Geschichte von 2) König, a. o. O. fordert bei der Erklärung der Bibel die Beachtung der geschichtlichen Stufen der alttestamentlichen Religion. 13

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