Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 9 (1937)
- Issue
- 4 (9.1937)
- Date
- 1937-09-01
- Page
- Seite 8 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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wurden mit hohem Ernst und Verantwortungsgefühl alle Argumente politischer, rechtlicher, wirtschaftlicher und moralischer Art für und wider vorgebracht. Wenn man die Dinge auf eine kurze Formel bringen will, so kann man wohl sagen, daß die Anhänger der Mehrheitsgruppe die Realpolitiker waren, während die der Minderheitsgruppe, mehr vom Gefühl beherrscht, die von Weizmann wiederholte alte Definition von der Politik als der Kunst des Möglichen nicht gelten lassen wollten. Die stärkste Gruppe der Neinsager bildete der Misrachi, der schon auf seiner dem Kongreß vorangegangenen Weltkonferenz den schärfsten Widerstand gegen alle Teilungspläne, welcher Art auch immer, proklamiert hatte. Denjenigen seiner Anhänger, die sich dieser völlig ablehnenden Auffassung nicht glaubten anschließen zu können, darunter die Mehrheit der misrachistischen Delegierten aus Deutschland, —die an der Weltkonferenz nicht teilgenommen hatten — blieb kein anderer Weg, als der Abstimmung fernzubleiben. Es würde den Rahmen dieser kurzen Ausführungen sprengen, alle die Gründe darzulegen, welche die Mehrheit trotz all der schwerwiegenden, von ihr durchaus gewürdigten Einwendungen der Opposition bewogen, der Exekutive, d. h. dem Präsidenten Weizmann, die verlangten Vollmachten zu gewähren. In solchen Fragen ist oft der Instinkt des Mannes aus dem Volke ein untrüglicher Wegweiser. Und die Antwort des einfachen Mannes geht dahin, daß man ein dargebotenes Geschenk nicht zurückweisen soll. „Was Du von der Minute ausgeschlagen, bringt keine Ewigkeit zurück." Nur auf einen, gerade aus den Reihen unserer Freunde erhobenen, Einwand soll noch hingewiesen wenden. Erez Israel sei, so führten viele misrachistische Redner aus, dem jüdischen Volke mit seinen in der Thora festgelegten Grenzen durch die Thora verheißen, und gläubige Juden seien nicht berechtigt, einen Verzicht auf Teile Erez Israels auszusprechen. Die Antwort hierauf hat schon Weizmann gegeben, als er davon sprach, daß man zwischen unserer Zeit und D'OTI rmnx unterscheiden müsse. Gerade der thoratreue Jude, der im unverbrüchlichen Glauben an die g'ttlichen Verheißungen durch die Jahrtausende gebetet und gehofft hat, daß das jüdische Land dem jüdischen Volk zurückgegeben werde, hat immer die Vorstellung gehabt, daß zwar Menschen diese Dinge vorbereiten können, ja, daß sie verpflichtet sind, alles zu tun, um dieses Endziel zu verwirklichen, daß aber die naVv nbllW erst in einer besseren Welt kommen werde, in einer Welt, in welcher, wie der Prophet sagt, das Böcklein neben dem Tiger weiden wird, und die Schwerter zu Rebmessern (umgeschmiedet werden. Wenn wir gläubigen Herzens diese messianische Zeit herbeisehnen, so erkennen wir, daß all das, was sich in so wunderbarer Weise vor unseren Augen seit 20 Jahren auf dem Boden von Erez Israel abgespielt hat, 8