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Zion · 1937-09-01 · 4 (9.1937) · p. Seite 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
9 (1937)
Issue
4 (9.1937)
Date
1937-09-01
Page
Seite 4 (sequence 6)
Language
German
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das ausgesprochen hat, was unter der Schwelle des Bewußtseins in jedem Juden lebte, wonach die jüdische Seele in ihrer tiefsten Tiefe durstete. Herzl wurde mit diesem einen Wort der Interpret des jüdischen Herzens, der den adäquaten und richtigen Ausdruck gefunden hat für das, was Millionen seit zwei tausend Jahren ersehnten, was sie aber bei den gegebenen Verhältnissen kaum auszusprechen, dessen Verwirklichung sie auf natürlichem Wege nicht zu hoffen wagten. In diesem Zeichen also begann der politische Zionismus seinen unvergleichlichen Weg. Mit dieser Hoffnung im Herzen kamen die Delegierten des ersten Zionistenkongresses zusammen. Wie der zu gründende Judenstaat geo-politisch aussehen sollte, ist aus Herzl's Schriften und Aufsätzen klar zu ersehen. Herzl sprach von dem VolkohneLand und von dem Land ohne Volk, von Israel und Erez Israel. Das letztere in seinen historischen Grenzen, Transjordanien selbstverständlich miteinbegriffen, war damals äußerst dünn bevölkert. Es war ein Land ohne Volk im wahren Sinne des Wortes. Um jene Zeit umfaßte Palästina, im weiteren Sinne, bei Hinzurechnung verschiedener Teile anderer Distrikte, außer Transjordanien, eine Fläche von über 40000 qkm. Die Gesamtbevölkerung betrug höchstens 650 000. Es bestand damals auch die Möglichkeit, die ganze Sinai-Halbinsel (59 000 qkm) zu Palästina zu rechnen, und ein arabischer Nationalismus war kaum vorhanden. Erez-Israel, territorial gesehen, hat Raum für Millionen Menschen, konnte und sollte der gewünschte Iudenstaat werden, durch den die nicht zur Ruhe kommende internationale Judenfrage eine ausreichende Lösung finden mußte. Leider haben die damaligen politischen Zustände bewirkt, daß bereits auf dem ersten Zionistenkongreß in dem modifizierten Programm der wichtigste Punkt fast ausgeschieden wurde, das kühne Wort und das offene Bekenntnis zum Judenstaat durch eine ausgeklügelte, juristisch-politisch verhüllte Formel ersetzt wurde. Die Parole „Judenstaat" wunde aus diplomatisch-taktischen Gründen unterdrückt, die „Heimstätte" an dessen Stelle gesetzt, aber die Idee des Judenstaates war nicht mehr aus der Welt zu schaffen. Sie drückte, der politischen zionistischen Bewegung ihren Stempel auf. Die im Laufe der Zeit in Bezug auf die einzuschlagenden Wege im eigenen Lager entstandenen Meinungsverschiedenheiten und Kämpfe, die zur Bildung verschiedener Gruppen, ja sogar zur Gründung einer neuen zionistischen Organisation führten, besagen nur, daß man bloß bezügl. des modus procedendi uneinig geworden war. Das Ziel blieb in allen Kreisen dasselbe. Vier Jahrzehnte währt nun bereits die Arbeit des politischen Zionismus, die ihren Ausgangspunkt vom „Judenstaat" Herzl's nahm. 4

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