Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 9 (1937)
- Issue
- 4 (9.1937)
- Date
- 1937-09-01
- Page
- Seite 3 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Judtenslesszl und. Juden&laai Von Dr. S. Grünberg Vorbemerkung der Redaktion: Der nachstehende Artikel ist schon vor Beginn des Kongresses eingegangen. Er ist auch nach der Abstimmung im Kongreß noch bedeutsam, da die Mehrheit nicht dem Teilungsplan zugestimmt, sondern nur der Exekutive Vollmacht zu weiteren Verhandlungen erteilt hat, und da die Minderheit ihren Kampf gegen den Teilungsplan innerhalb der Organisation fortsetzen will. Hierzu bildet der nachstehende Artikel einen Beitrag. Als vor vierzig Jahren der erste Zionisten-Kongreß nach Basel einberufen wurde, geschah dies unter dem Zeichen der neuen, kühnen Idee von einem „Judenstaat". Dies Zauberwort war es, das die Herzen der Juden in der Diaspora ergriff; dies das Leitmotiv der neuen, jüdischen national-politischen Bewegung, das besonders die jüdische Jugend entflammte, die Ermatteten mit neuem Mut erfüllte und Unzählige begeisterte. Der Herzl'sche Ruf nach einem neuen „Judenstaat" im Lande der Väter, der eine Forderung, die als überfällig angesehen war, wieder lebendig machte, war es, der die Welt zum Aufhorchen zwang, der der neuen Bewegung die dynamische Kraft verlieh und Theodor Herzl im jüdischen Volke so populär machte. Gewiß hatte die Chibath-Zion-Bewegung der damaligen Generation viel, sehr viel bedeutet; einen neuen Impuls und ein alt-neues Ziel der jüdischen Wanderung geboten, die Zionsliebe in vielen jüdischen Herzen geweckt aber alles Unternehmen war klein, beschränkt und wirtschaftlich schwach, historisch-romantisch begründet, aber unzureichend für ein Volk in großer Not, dem es keinesfalls auch nur als Stern der Erlösung erscheinen konnte. Als Herzl das gewaltige Wort von der Gründung eines Judenstaates im Lande der Verheißung in die Welt hinausgerufen hatte, wirkte es auf die Assimilanten wie ein lähmender Schrecken, auf i'c jüdischen Massen, auf die nationalgesinnte jüdische Intelligenz wie eine neue prophetische Verheißung, deren Erfüllung nahe bevorsteht. Man war wieder in die Zeit der Makkabäer versetzt, verspürte wieder den Flügelschlag unserer Geschichte, zur Zeit, da Juda- Israel staatsbildendes Volk unter den anderen Völkern war, das jüdische Volk nicht bloß Objekt des Weltgeschehens war. „Der Judenstaat", betitelte Herzl seine erste jüdisch-politische Schrift. Die noch nicht assimilierten Juden spürten, daß er damit 5