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Zion · 1937-07-01 · 3 (7.1937) · p. Seite 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
9 (1937)
Issue
3 (7.1937)
Date
1937-07-01
Page
Seite 13 (sequence 14)
Language
German
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Ideen festhielt und nach seinem eigenen Religionsgesetz lebte, konnte es das bittere Elend der Gola ertragen und wurde von den stürmischen Fluten der Zeiten, die es jeweils zu verschlingen suchten, gerettet. Keine Idee, und mag es auch die erhabene und ewig gültige prophetische Ethik sein, kann den Platz ausfüllen, den die Religion und das Religionsgesetz dm Judentum einnehmen. Der jüdisch-nationale Geist oder die jüdisch-nationale Ethik kann nicht allein als Basis für die Erhaltung der jüdischen Nation dienen, und erst recht vermögen dies nicht die Ideen und Anschauungen des nichtreligiösen nationalen Juden. Denn in der geistigen Welt dieses Juden ist keine Idee zu finden, die ihn nur mit seinem Volke verbinden könnte. Bis jetzt ist auch noch keine neue Idee entdedkt worden, die vermochte, alle Juden, religiöse und nichtreligiöse, für ewig nur dieser Idee wegen zu vereinigen. Wenn sich heute ein großer und ansehnlicher Teil der religiösen Juden mit den nicht religiösen zusammengeschlossen haben, so ist diese Tatsache kein Beweis gegen, sondern für unsere Behauptung. Kämpft doch der Misrachi innerhalb des Zionismus um den Primat der Religion und des Religionsgesetzes; er anerkennt also nicht die Idee des Zionsmus als das höchste, das ganze Volk einigende Prinzip. Es ist auch nicht zu erwarten, daß, wie Achad Haam glaubt, das Judentum in seinem historischen Raum neue Ideen hervorbringen wird, die den alten jüdischen Glauben und das jüdische Religionsgesetz werden ersetzen können. Denn nur ein Ideal, das in seiner Art dem religiösen Ideal gleich wäre, könnte den Ort der Religion ausfüllen, d. h. nur wenn dieses neue Ideal ein Volksideal wäre, geeignet, die Seele des ganzen Volkes zu erobern, und nur für das jüdische Volk bestimmt und für kein anderes. Es ist aber klar, daß die Hoffnung auf Entstehung eines solchen Ideals jeder realen Grundlage entbehrt. Es ist unmöglich, im Voraus zu wissen, worin die Kraft des nationalen Geistes, wenn er in seinen historischen Raum .zurückgekehrt ist, bestehen wird, und ob das neue Ideal vermögen wird, die einzelnen Glieder des jüdischen Volkes in seiner Verstreutheit zu einer ethischen Gemeinschaft zu vereinigen. Die Entstehung des Christentums beweist, daß nicht jedes neue Ideal, das im Judentum entstanden ist, dazu angetan ist, den nationalen Charaker des jüdischen Volkes zu wahren. Der Einfluß der jüdischen Religion und des jüdischen Religionsgesetzes auf das Schicksal des Volkes ist eine einzigartige und wunderbare Erscheinung in der Weltgeschichte, und es besteht kein Grund anzunehmen, daß diese Erscheinung durch eine andere nicht religiöse Kraft geändert wird. Zwei Grundkräfte haben seit jeher den einzigartigen Geschichtslauf des jüdischen Volkes bestimmt, die religiöse und die nationale Kraft. Aus dem Zusammenwirken dieser beiden Kräfte ist das merkwürdige und wunderbare Schicksal dieses seit Jahrtausenden von seiner Heimat gewaltsam entrissenen Volke zu erklären. Auch heute, wo oinser Volk seine nationale Kraft im Wiederaufbau Erez Israels frisch entfaltet, darf in diesem Aufbau, wenn er von Erfolg begleitet sein soll, die religiöse Kraft nicht unwirksam gemacht werden, sondern sie muß als immanenter Bestandteil des Aufbaues mitaufgenommen werden. Denn «in xn"v»i hxiy „Israel und seine Thora sind eine ewige untrennbare Einheit." Ih?. Btvmin "Blau — lum <5C- Qebuvtsiiacj Von Dr. Oskar Wolfsberg, Jerusalem. Einer der Stillen und Edlen feiert in diesen Tagen den 60. Geburtstag: Armin Blau. Er gehört zu den Menschen unseres misrachistischen Kreises, deren Wert für unsere Bewegung im allgemeinen nicht erkannt wird. Im wilden Reigen unserer politischen Arbeit halten wir uns ge- 15

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