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Zion · 1937-07-01 · 3 (7.1937) · p. Seite 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
9 (1937)
Issue
3 (7.1937)
Date
1937-07-01
Page
Seite 7 (sequence 8)
Language
German
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israelitischen Propheten besonders kongenial waren" größte Achtung zollt, schreibt er: „Aber die große Ehrerbietung, mit der wir der vergangenen Generation gegenüberstehen, und die dankbare Anerkennung des von ihnen dauernd Erarbeiteten kann uns nicht blind machen gegen die Irrwege, die uns eine einseitige, von der formalen Logik beherrschte Literarkritik geführt hat; welche Verwirrungen möglich waren, das lehrt die Lougnung messianischer Verheißungen bei den vorexilischen Propheten vielleicht am deutlichsten. 'Heute kann ihr Alter nicht mehr bestritten werden, da die ägyptischen Vorläufer bekannt sind... Darum ist das Urteil nicht zu hart, daß die Literarkritik einem Manne wie Jesaja das Herz ausgerissen hat, als sie ihm die Verheißung des Messias nahm". (Ebenso können wir sagen, daß man Jesaia das Herz ausgerissen hat, als man ihm die Trostprophetieen nahm und sie einem Deutero-Jesak oder gar mehreren Anonymen zugeschrieben hat.) Er spricht noch von der verhängnisvollen Einstellung der Exegeten dieser Schule und ihrer falschen Deutung des „Ichs" in den Psalmen auf die Gemeinde, sowie von der grotesken Verlegung der Königspsalmen in die Maccabäerzeit, nennt dies Irrwege, von denen die Wissenschaft bereits wieder abgekehrt ist, spricht von einem „Trugschluß beim Leugnen des Vorhandenseins vorexilischer Sprüche", der sich nur aus der Vorliebe der literar-kritischen Forscher für die nachexiKsche Zeit erklären läßt; denn bisweilen, meint Gr., hat es durchaus den Anschein, als sei ihr Wahlspruch: „Was man nicht definieren kann, das sieht man gern als nachexilisch an". Wundern kann man sich nur, schließt er, über die großen Erfolge der Literarkritik! —?nnnaK naya pid \w\ Kein geringerer als Gunlkel schreibt*): „Möge unser junger Nachwuchs, so wünschen wir vom Herzen, dem einseitigen Betriebe der Literarkritik Valet sagen und sich lieber der Literaturgeschichte zuwenden". W. Star ek**) schreibt: Der wissenschaftliche Widerspruch gegen Methode und Ergebnisse der von der literar-kritischen Schule geübten Pentateuchkritik nimmt unverkennbar an Stärke und Beweiskraft zu. Er setzte, von Klostermanns Ersatz der Vierquellentheorie durch die Hypothese einer successiven Entstehung des Pentateuchs aus dem Sinaigesetz abgesehen, etwa vor 30 Jahren ein mit Einzelbeobachtungen bzw. Verwerfung der in der Wellhausenschen Schule zum Siege gekommenen Urkundenhypothese ... Und zuletzt noch einiges von D. E. S e 11 i n***), dessen Ausführungen besonders bedeutungsvoll sind. Er schreibt: „Wenn es schon für die erste Auflage charakteristisch war, daß sie gegenüber einer literarischen Kritik wie sie bis dahin am 12-Propheten-Buch von Wellhausen, Duhm, Novak, Höllscher und ganz besonders Marti geübt war, vielfach ganze Abschnitte der einzelnen Schriften als echt wieder herausstellte, deren Unechtheil fast schon dogmatisiert zu werden drohte, so ist die neue Auflage, mag man sich darüber freuen oder nicht, auf dieser Bahn noch weiter gegangen. Es hat sich immer nur sicherer herausgestellt, daß auch in vielen Fällen, wo ich selbst noch mit der herrschenden Kritik spätere Erweiterungen angenommen hatte, der Grund einfach der gewesen war, daß wir noch nicht genügend tief in die Gedankenwelt der Pr. eingedrungen waren oder einzelne ihrer Worte bis dahin mißverstanden oder auch die ganze Komposition ihrer Schriften noch nicht genügend erkannt hatten... *) Ziele und Methoden der Erklärung des Alten Testaments etc. S. 24. *•) Zur Alttestamentlichen LiteratuHkritik, ZATW. 1924 S. 34 ff. ***) Vorwort zur zweiten und dritten Auflage seines Kommentars zum Zwölfprophentenbuch. 7

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