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Zion · 1937-07-01 · 3 (7.1937) · p. Seite 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
9 (1937)
Issue
3 (7.1937)
Date
1937-07-01
Page
Seite 6 (sequence 7)
Language
German
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aif e und neue Wegre der Sübeleacegrese Von Doz. Rabb. Dr. Samuel Grünberg. (Fortsetzung.) Die Literarkritik suchte ihre Beweismittel teils in Selbstzeugnissen einer Schrift über ihre Ursprungsverhältnisse, teils in Aussagen anderer Quellen über Entstehungsverhältnisse der betreffenden Schrift (sogenannter literarischer Beweis), ferner durch Feststellungen der sprachlichen Eigenart, indem man nachzuweisen suchte, daß die einzelnen Quellen oder Urkunden einen besonderen Sprachgebrauch haben. (Sprachbeweis.) Endlich wurde die Zeit eines literarischen Erzeugnisses durch die Stellung bestimmt, die es in der Geschichte der Kulturentwicklung einnimmt (Sachbeweis). Das Resultat dieser Methode ist: Sezierung der Texte, Zertrümmerung der literarischen Einheit der Werke, Zerschlagung in Bruchstücke (Fragmente), Neuordnung auf Grund verschiedener subjektiver Vemutungen, die eigenartigsten Konklusionen in bezug auf Verpflichtung der biblischen Vorschriften und Lehren, und letzten Endes die Herabminderung der Bedeutung der Bibel und ihres Geistes (wenn auch das Gegenteil behauptet wird) und damit auch der Größe des jüdischen Genius und der Schöpfungskraft des jüdischen Volkes. Es würde zu weit führen, wollten wir hier Proben dieser Schule der Bibeldeutung anführen. Wer nur irgendwie wissenschaftlich orientiert ist, kennt die Namen der zahllosen nichtjüdischen Vertreter dieser Schule, sowie ihrer wenigen jüdischen Schritthalter. In einer Besprechung des Werkes „Sinai und Garizim" von Bin Gorion, schrieb die Zeitschrift für Alttestamentliche Wissenschaft 1925 „Der Jude Bin Gorion, ein echter Schüler der modernen protestantischen Bibelkritik". Das ist die Wirkung der geistigen Assimilation. Daß im positiv-jüdischen Lager wissenschaftlich orientierte Bibelforscher kaum in nennbarer Zahl vorhanden sind, ist ebenso bekannt wie beschämend. Da eine Auseinandersetzung hier unmöglich ist, und ein Urteil von positiv-jüdischer Seite stets als „voreingenommien" bezeichnet wird, so wollen wir hören, wie einige der (führenden Geister der modernen Bibelexegese bzw. der Bibelwissenschaft selbst sich über den Weg der Literarkritik äußern. Hugo Greßmann, der ein großer Verehrer der Literarkritik war, schrieb im Jahre 1924 in einem ausführlichen Aufsatz: Die Aufgaben der alttestamentlichen Forschung (Z.A.T.W. 1924 S. 1—33) unter anderem. „Die vergangene Periode darf man als die der Literarkritik bezeichnen... Dank der unermüdlichen Arbeit, mit der man über ein Jahrhundert lang immer aufs neue und von den verschiedenen Seiten her die Pfeile der 1:.terar-kritischen Auffassung auf ihre Haltbarkeit hin geprüft hat, kann man heute wohl sagen, daß sie sich als fest bewährt haben", fügt aber gleich c:ne einschneidende Einschränkung hinzu, indem er sagt: Doch gilt (las nur für die Literarkritik des Hexateuchs, soweit die Quellenschriften allgemein anerkannt sind. Was aber Greßman nur beim Hexateuch anerkennen möchte, wollen andere Gelehrte auch bei den anderen Teilen der Bibel nicht missen. Er schreibt darum weiter: Die literar-kritische Forschung ist ins Rasen geraten und überschlägt sich selbst, von ihren Erfolgen berauscht. Es ist notwendig, zur nüchternen Besonnenheit zurückzukehren ... Nachdem Gr. den Forschungen Ewalds und Duhms, die seiner Meinung nach, „selbst etwas von prophetischer Art an sich hatten, und darum den 6

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