Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 9 (1937)
- Issue
- 3 (7.1937)
- Date
- 1937-07-01
- Page
- Seite 5 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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lieh, herabzumindern. Der Erfolg aller Gegenmaßnahmen wird letzten Endes von der Haltung der Auswanderer selbst, von ihrem jüdischen Selbsterhaltungswillen, abhängen. Dieser Wille zur Selbstbehauptung muß von der jüdischen Allgemeinheit unterstützt werden. Hieran müssen die Judenheit Deutschlands und die jüdischen Organisationen der Aufnahmeländer teilnehmen; da es sich um eine wichtige jüdische Gesamtaufgabe handelt, wird auch die Mitwirkung zentraler jüdischer Instanzen angebracht und nötig sein. Es ist 'bekannt, daß mitunter auch organisierte Zionisten, darunter auch Misrachisten, sich aus äußeren Gründen zur Auswanderung außerhalb Palästinas genötigt sehen. Es ist Aufgäbe der hiesigen zionistischen Organisationen, (die Verbindung mit diesen Menschen durch Versorgung mit Informationsmateriäl und Korrespondenz solange aufrecht zu erhalten, bis sie sich in der zionistischen Organisation des Einwanderungslandes eingeordnet haben. Es muß vermieden werden, daß diese Zionisten etwa aus dem Gefühl heraus, daß sie den Weg nach Erez Israel verfehlt halben, den Zusammenhang mit der zionistischen Organisation verlieren, darüber hinaus muß versucht werden, ihre Kräfte, soweit sie dazu hinreichen, für die jüdische Erfassung der übrigen Auswanderer nutzbar zu machen. Die jüdischen, insbesondere die zionistischen Organisationen der Aufnahmeländer müssen darauf sehen, daß die Vorkehrungen, die der wirtschaftlichen Förderung dienen, mit Maßnahmen zur Stärkung des jüdischen Bewußtseins verbunden werden. Gesetzestreue Einwanderer bringen naturgemäß einen starken Willen zur Fortsetzung eines jüdischen Lebens mit. Sie dürften von vornherein Auswanderungsziele bevorzugen, in denen es ein stärkeres jüdisches Leben gibt, oder werden alsbald den Versuch machen, ein solches zu schaffen. Die Juden der Einwanderungsländer können einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung jüdischer Substanz leisten, wenn sie gesetzestreuen Auswanderern den Aufbau ihrer Existenz unter Beachtung des Religionsgesetzes ermöglichen. Durch Fühlungnahme mit religiösen Auswanderern und durch Anregung solcher Maßnahmen in den Aufnahmeländern kann der Misrachi an dieser Aufgabe mitwirken. Von ausschlaggebender Bedeutung für das Ergebnis der Wanderung im national-jüdischem Sinne ist die Haltung der kommenden Generation. Sie kann durch ein jüdisches Unterrichtswesen zwar nicht festgelegt aber doch wesentlich beeinflußt werden. Häufig werden die Einwanderungsländer ein jüdisches Bildungswerk, das ohnehin eine gewisse Dichte der Siedlung voraussetzt, nicht aus eigener Kraft schaffen können. Hier wird die Hilfe zentraler jüdischer Instanzen besonders nötig sein. Eine wesentliche Förderung kann die Heranziehung von Lehrern aus Erez Israel und die Ausbildung von (Lehrkräften an hebräischen Lehreifbildungsstätten gewähren. Hier wird gerade der Misrachi auf Grund der in seinem ausgebreiteten Schulwerk in Erez Israel gesammelten Erfahrungen einen wesentlichen Beitrag leisten können. Alle Maßnahmen dieser Art werden um so wirksamer sein, wenn sie einsetzen, noch bevor die Assimilation der Einwanderung an die neue Kültur erhebliche Fortschritte gemacht hat. Die Tatsache der Wanderung von Juden aus Deutschland in Länder der Gola stellt also auch der zionistischen Bewegung gewisse Aufgaben. Bei ihnen handelt es sich nur um eine Verlagerung der bisher von der zionistischen Organisation in Deutschland an diesen jetzt auswandernden Juden zu erfüllenden Erziehungsanbeit und ihre Fortsetzung mit Mitteln, die den veränderten Umständen angepaßt sind. Der Rang dieses Arbeitsgebiets wird bestimmt durch seine Stellung im Rahmen der zionistischen Gesamtaufgabe, die das ganze jüdische Volk, wo immer es wohnt, zum Aufbau Erez Israels zusammenfassen will, damit es in diesem Aufbau seine Wiedergeburt erfährt. 5