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Zion · 1937-07-01 · 3 (7.1937) · p. Seite 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
9 (1937)
Issue
3 (7.1937)
Date
1937-07-01
Page
Seite 2 (sequence 3)
Language
German
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jüdischen Jischuw getragen ist, sicherlich lediglich um einiger Formulierungen wegen, die nicht den Kern der Frage betreffen. Aber es ist schon richtig. Die lange Ungewißheit ist eine schwere Nervenprobe für das jüdische Vodk, und Nervenproben sind Charakterproben. Das jüdische Volk muß in diesem Augenblicke seine Charakterstärke zeigen, es darf kein Schwanken geben und kein Lavieren. Darum sei von unserem Standpunkt aus einiges Grundsätzliches zu der Frage gesagt: Wir sind als religiöse Juden Idealpolitiker, d. h. unsere politische Haltung ist von unserer Idee her 'bestimmt und nicht nur von der Konstellation des Augenblicks. Unsere politische Stellung muß aber auch frei sein von Scntiments und Träumerei. Es mag schwärmerische Seelen der Gedanke beglücken, nun soll der Traum eines Judenstaates unter eigener jüdischer Verwaltung (wenn auch im Duodez-Format und unter unmöglichen Bedingungen) Wirklichkeit werden. Und gestehen wir, unser aller Herz schlägt stärker bei dem Gedanken, daß jetzt ein Teil unseres jüdischen Traumes Wahrheit werden könnte. Aber gerade darum ist äußerste Vorsicht gegen uns selbst geboten bei der Überprüfung des Plans. Auch von Realpolitikern könnte manches geltend gemacht werden für den Teilungsplan und die Begründung eines jüdischen Staates im •Küstengebiet. Die wirtschaftliche Souveränität würde es ermöglichen, Schutzzölle für unsere langsam wachsende Industrie aufzurichten und der Landwirtschaft einen stärkeren Schutz angedeihen zu lassen, als es die jetzige, sicher verfehlte, Wirtschaftspolitik der Regierung tut. Aber mag man auch dieses oder jenes anführen, es darf auch von diesem Gesichtspunkte nie vergessen werden, daß die Grenzvorschläge dieses Landes ein Gebilde zeigen, das Tein geopolitisch gesehen nicht lebensfähig ist. Auch in diesem Lande — wenn wir uns an die ungefähren Vorschläge halten, die in letzter Zeit bekannt wurden — würde es eine starke arabische Lrredenta geben, würde der größte Teil des Bodens weiter arabischer Pivatbesitz bleiben und für Juden noch weniger erreichbar sein als schon jetzt. Ein Quell der Unruhen würde dieses Ländchen sein, in das die Araber der benachbarten Gebiete hinströmen würden, weil hier eine andere Intensität der Entwicklung herrscht, Handel und Industrie blühen, die Landwirtschaft gedeiht, während der arabische Teil des Landes in die alte Bedeutungslosigkeit und relative Armut zurückfallen würde. Dazu kommen die ungünstige Grenzziehung, die verschiedenen Korridore und die Tatsache, daß doch eine erhebliche Zahl von Juden und jüdischen Investierungen im arabischen Gebiet bleiben würde. Aber all dies ist für uns nicht in erster Linie maßgebend. Entscheidend für uns ist, daß wir kein Recht haben, auf eine Handbreit jüdischen Bodens zu verzichten, auf das historische Recht unseres Volkes, auf den unverjährbaren Anspruch und die Verheißung der Bibel. Wir als gläubige Juden haben Jahrtausende Leiden und Nöte ertragen, aber unsere Erinnerung, unsere Hoffnung hochgehalten und niemals in unserem Herzen oder in einem Dokument von historischer Bedeutung auf die heiligen Stätten Palästinas, auf Jerusalem, auf Hebron oder auch nur auf einen kleinen Teil des Landes verzichtet. Wir sind der Gewalt gewichen, haben uns mit Tatsachen abfinden müssen, die bitter und grausam waren, aber niemals haben wir gezweifelt an den Verheißungen unseres Gottes, an der Erfüllung des Schwurs, der unseren Vätern gegeben wurde. Wir können auch jetzt gezwungen werden, anzuerkennen, was wir für ein nationales Unglück halten: die tatsächliche Teilung des Heiligen Landes. Aber wir werden es nur tun, unter heiligem Protest, in dem wir England umd der Welt sagen: wir sind in dieser Stunde in eurer Hand, aber wisset, nie wird aus unserem Herzen weichen die Sehnsucht nach der historischen 2

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