Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 9 (1937)
- Issue
- 3 (7.1937)
- Date
- 1937-07-01
- Page
- Seite 1 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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O N mT 0 Berlin, Tamus 1937 ft . u Nr. 3 --j-^j---9. Jahrgang. Die Situation Von Rabb. Dr. Harry Levy, Berlin. Während diese Zeilen geschrieben werden, ist die Entscheidung der Peel-Kommission vielleicht schon im Druck, aber dem Schreiber ist ihr Inhalt noch unbekannt, darüber hinaus bleibt ungewiß, wie die englische Regierung zu dem Bericht und seinen Empfehlungen Stellung nehmen wird, und weiterhin ungeklärt, ob die Mandatskommission und Amerika den Plänen der englischen Regierung, über die die divergierendsten Gerüchte im Umlauf sind, ihr Placet geben werden. Nur eins sollte und dürfte in diesem Augenblicke nicht unklar sein: Die Stellung des jüdischen Volkes selbst. Wer auf die offiziellen Verlautbarungen der verantwortlichen Gremien hört, auf das Rauschen des jüdischen Blätterwaldes, möchte meinen, es gibt hierüber nicht geteilte Meinungen. Das jüdische Volk wird einer Teilung des Landes, auf das es seit Jahrtausenden einen historischen nationalen und religiösen Anspruch hat, nicht zustimmen. In eindrucksvollen Worten hat der alte Streiter Ussischkin auf der Sitzung des Aktionskomitees, in Versammlungen und Artikeln diesem Empfinden Ausdruck .gegeben. Ein Zionismus ohne Zion ist eine Unmöglichkeit. Unwillkürlich treten vor unsere Augen die Ereignisse jenes Uganda-Kongresses, wo damals vor ca. 35 Jahren es auch Ussischkin war, der mit einer Vehemenz ohnegleichen gegen eine anders gesinnte Majorität die Ablehnung des Uganda- Projektes durchsetzte und den Zion-Zionismus zum Programmpunkte der Bewegung erhob. „Wir werden nie und nimmer auf Jerusalem verzichten. Kein Zionist kann ein Dokument unterschreiben, das den Verzicht auf Jerusalem einschließt. Es wäre eine weltgeschichtliche Lüge. Ich würde weiter in meinen Gebeten, in meinem Streben und Wollen der Sehnsucht nach Zion Ausdruck geben, niemals wird das jüdische Volk Jerusalem vergessen." Den wuchtigen Schlägen dieser Worte und anderen Erwägungen konnte sich auch das Aktionskomitee in seiner Gesamtheit nicht entziehen. Aber wer genau lauscht auf die Niuancierungen in der Formulierung der Resolutionen, könnte der Meinung sein, daß hinter der zur Schau gestellten Einigkeit Divergenzen lauern. Das Oberrabbinat von Palästina, führende Persönlichkeiten aus dem Lager des Misrachi, aus dem Kreise der Gruppe B der allgemeinen Zionisten und sonstige Männer von Stellung und Namen im Jischuw sind in diesen Tagen mit einem flammenden Protest an die Öffentlichkeit getreten gegen alle Bestrebungen, die Einheit des historischen Erez Israel zu zerreißen. Das könnte den Eindruck erwecken, als würden andere Parteien oder Gruppen nicht mit derselben Energie sich gegen diesen Vergewaltigungsversuch des jüdischen Rechtes wenden. Ich glaube, daß es bedauerlich ist, daß dieser Aufruf nicht von der Gesamtheit des 1