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Zion · 1937-05-01 · 2 (5.1937) · p. Seite 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
9 (1937)
Issue
2 (5.1937)
Date
1937-05-01
Page
Seite 12 (sequence 14)
Language
German
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mehrt wurden."*) Diese Mosaikkunst glaubte man zuerst in dem Buche der Genesis erkannt zu haben, später im ganzen Pentateuch, schließlich in fast allen Teilen der Bibel. Man ging an die Quellenscheidung. Man bemühte sich, Widersprüche und Wiederholungen in den gleichen Erzählungsstücken aufzuweisen, die vermeintlich erkannten Fäden voneinander zu lösen, und in der Lesbarkeit des voneinander Gesonderten die Bestätigung vorzuweisen, daß ursprünglich selbständige Schöpfungen miteinander verflochten waren. (Fortsetzung folgt.) *) Vgl. Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Bd. I, Bibelkritik I, Col. 1031/32. jgt£Z> Wui?eli&Mi2& <MaLX Simaon&clms Von Prof. Dr. Isaak Heinemann, Breslau. In diesen Tagen haben wir den ersten Jahrzeitstag unseres heimgegangenen Freundes begangen. Vielleicht ist es angezeigt, den Worten der Trauer, die unter dem unmittelbaren Eindruck des herben Verlustes geschrieben sind, ergänzend einige Bemerkungen zur Kennzeichnung seiner Eigenarthinzuzufügen, die den besonderen Gesichtspunkten desMisrachi zu entsprechen suchen. Max Wiener hat in seinem sehr ernsten Buche gezeigt, daß die Führer des deutschen Judentums der Emanzipationszeit, darunter die Antipoden S. R. Hirsch und A. Geiger, viel weiter zusammengingen, als ihnen selbst zum Bewußtsein kam. Sie stimmten überein in der Bejahung der Emanzipation nebst ihrer unvermeidlichen Begleiterscheinung: der Anpassung an Sprache und Kultur der Umwelt — im Gegensatz zum Ostjudentum, das auf die Isolierung in Sprache und Tracht nicht verzichten wollte, aber auch zu S. D. Luzzatto, der im Hellenismus den Versucher, ja, den Zersetzer des echten Judentums sah. Je unaufhaltsamer die Emanzipation fortzuschreiten schien, um so vertrauter wurde den meisten Führern des mitteleuropäischen Judentums die Uberzeugung, daß wir uns nur durch das „Religiöse" (das freilich Orthodoxe und Liberale verschieden verstanden) von unserer Umwelt unterscheiden; und nicht nur die meisten Liberalen, sondern, wie das Beispiel des holländischen Judentums zeigt, auch viele streng Konservative glaubten, den Besuch der allgemeinen Schulen durch die jüdische Jugend billigen zu dürfen, wenn daneben nur ein „geordneter", auch das AlthebTäische einbegreifendeT Religionsunterricht eingerichtet wurde. Max Simonsohn gehörte keineswegs zu den Ggenern der Emanzipation; und auch das Hellenentum hat er bejaht; er 'hat sogar bedauert, daß er seiner Schule nicht den gymnasialen Typus geben konnte. Aber sein Judesein ging «allerdings weit über das Religiöse hinaus — nicht nur, wie bei Tausenden, in der Anerkennung einer jüdischen Geschichts¬ und Leidensgemeinschaft, die auch die Entfremdeten einschließt, sondern auch in seinem inneren Gehalt. Man mußte ihn beten sehen (und wie oft Tief er nach einer Abendsitzung zu gemeinsamem Gebet auf!): das war nicht die gemessene Andacht des europäisierten Menschen, sondern der altjüdische, im Osten noch lebendige Schrei nach Gott. Und wenn er seine Lieblingsidee durchführte und seinen Schülern die Gemara hebräisch erklärte — nicht im Hebräisch der Teschuwot, sondern in demjenigen von Rechava und Tel Aviw, das er wie nicht viele in Deutsch- 12

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