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Zion · 1937-05-01 · 2 (5.1937) · p. Seite 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
9 (1937)
Issue
2 (5.1937)
Date
1937-05-01
Page
Seite 7 (sequence 9)
Language
German
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Sie müßte wissen, daß, wenn man auch mit ihnen diskutiert, sie doch allerhand als gegeben anerkennen muß, in dem Gefühl, daß die anderen Erfahrungen haben, die sie nicht besitzen, die sie aber für sich ausnutzen können, wenn sie „anzunehmen" bereit sind. Sie müßten das Gefühl haben, daß sie mit dem Willen der Älteren zu „Ausnutzern" ihrer Erfahrungen, ihrer meistens unter Entbehrungen und Enttäuschungen gesammelten Erfahrungen werden, dann werden sie nicht davon sprechen, daß der Kibbuz, in dem sie arbeiten, sie „ausnutzt". Es wäre zu erwägen, ob man nicht die Zeit der Vorbereitungslager von 4 auf mindestens 8 Wochen verlängern soll, damit man zionistische und misrachistische Geschichte und Ideenwelt stärker betreiben kann und die jungen Menschen besser darüber unterrichtet werden, was andere vor ihnen für die Allgemeinheit, aber auch für sie selbst, geleistet haben. Die Verbundenheit imit den ersten 50 Jahren Palästinaaufbaus muß größer sein, als sie jetzt ist. Auch da gibt es schon Tradition, die anerkannt werden muß. Trotzdem gerade wir die Mängel der Arbeit bis heute klar erkennen sollen, ist es doch notwendig, daß auch bei unserer Jugend das als groß und ganz groß anerkannt wird, was an wirklichen nationalen Werten geschaffen ist. Vielleicht das Größte — das Verhältnis eines geistig hochstehenden Menschen zur einfachen körperlichen Tätigkeit im Interesse der Gesamtheit, von der man selber nur ein winziges Teilchen darstellt. Ganz, ganz bescheiden muß man in dieses Land kommen, in dem Bewußtsein, daß man selber nur wenig gibt, auch wenn man sich ganz gibt, daß das L&nd uns aber noch außerordentlich Großes zu bieten hat, auch wenn es uns nur ein winziges Teilchen seiner selbst oder ein ganz kleines, bescheidenes Arbeitsfeld zuweist. Segreii «fer Urfoeii Von Dr. Jeschaja Wolfsberg, Jerusalem, Aus der Festnummer der Netiwa anläßlich des 15jährigen Bestehens des Hapoel Hamisrachi. Eine Feststunde ist keine Zeit der Prüfung und der Kritik. In diesem Augenblick verweilen wir bei dem Erfreulichen, bei der einzigartigen Idee und Wirklichkeit. Wohl uns, daß wir sagen können: bei uns gibt es Lehre und Wirkliohkeit, unsere Lehre hat uns zur Wirklichkeit geführt. Das bei dieser Gelegenheit angemessene Lob und die Anerkennung möchte ich in folgender Weise ausdrücken: Der Hapoel Hamisrachi ist der jüngste Sproß des thoratreuen Judentums. Er hat einen bestimmten Kreis angeregt, sich den Fragen des täglichen Lebens zu stellen und dieses in das Gewand der Thora zu hüllen. Noch bis vor kurzer Zeit war auch im Judentum der Bezirk der Religion getrennt von dem wirtschaftlichen und geschäftlichen Leben und nur hohen und erhabenen Dingen vorbehalten. Hierin schuf der Hapoel Hamisrachi eine grundlegende Wandlung, indem er auch die banale Sphäre des Alltags heiligte in der Erkenntnis, daß hier die Entscheidung liegt, und daß die Mehrzahl der Menschen unseres Volkes, die eine Erlösung erstreben, sich um die Erneuerung dieser Sphäre bemühen. Das Wunderbare ist nun: diese Erkenntnis führte zum Bewußtsein, daß unsere Thora schon den Wert der Arbeit betont, und daß wir ihre Forderungen und Gebote erfüllen, wenn wir den Weg der Arbeit wählen. 7

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