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Zion · 1937-05-01 · 2 (5.1937) · p. Seite 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
9 (1937)
Issue
2 (5.1937)
Date
1937-05-01
Page
Seite 6 (sequence 8)
Language
German
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Seite und es formt sich der große Kreis, die Hände reichen sich zur Kette — „im lo achschaw emataj" — 50, 100, 150 Jungens und Mädels tanzen Horra. Und wie tanzen sie! Nicht als hätten sie einen anstrengenden Arbeitstag hinter sich. Keine Müdigkeit, kein Erlahmen. Es leuchten die Augen, es rinnt der Schweiß, aber man tanzt wie nur Jugend tanzen kann — „Emek, Emek, Horra! Horra, Horra, Emek!" Auch hier kann man in Anlehnung an einen alten Text sagen: Wer nicht die Jugend in Erez Israel hat tanzen sehen, der kennt nicht den Zusammenhang zwischen innerer Befriedigung und im Tanzen sich ausdrückender Freude. Den Schabbath verbrachte man unter dem strahlenden palästinensischen Frühlingsbimmel in größeren und kleineren Kreisen zusammensitzend, lernend, lesend, debattierend, manche alte Bekanntschaft erneuernd oder neue Freundschaft schließend. Vielleicht hätte man etwas mehr tun können, um eine große, gemeinsame „Ssicha" zustandezubringen, die den gemeinsamen Lebensweg, die gemeinsame Pflicht dem Lande und seinem Aufbau gegenüber allen hätte klarer vor Augen fuhren können. Man spürt überall in der Jugendaiija hier im Lande, daß die ersten Jahrgänge der zur Alija gekommenen Jugend stärker erfaßt waren vom Gedanken der Verpflichtung gegenüber Volk und Land als dies bei den Neuen der Fall ist. Abends wurde auf einem Hügel neben dem Kibbuz ein Feuer entzündet, um das sich alle lagerten und die Chöre der verschiedenen Gruppen sangen. Fröhliche Gesänge wechselten mit ernsten, neues mit altem Kulturgut. Es war eine Feierstunde, der es nicht abträglich war, daß auch sie — mit einer Horra endete. Zum Problem der Jugendaiija. Ich sprach oben davon, daß die ersten Jugendgruppen stärkere Bindungen an Land und Volk aufwiesen als die jetzt Kommenden. Man hat das Gefühl, als hätten jene stärker empfunden, daß es ein besonderes Glück für sie ist, in so jungen Jahren ins Land kommen zu können und sofort in die Arbeit des Aufbaus eingeordnet zu werden. Die heutigen kommen z. T. mit Prätensionen, sehen sich mehr als gebührlich im Mittelpunkt der Aufgaben, die der Jischuw zu erfüllen hat, stellen daher Forderungen an die Gruppe, in der sie leiben, die ihnen nicht ganz zukommen und haben nicht die Einstellung zur Arbeit, die man sich wünscht. Sie überbewerten manchmal die Geistesarbeit, zu der sie herangezogen werden sollen gegenüber der Körperarbeit, in die man sie einführen muß, oder unterbewerten die Letztere. Vielleicht liegt die Schuld weniger an ihnen selbst, als an ihrem Bund, der ihnen im alten Heimatland die sie hier erwartenden Verhältnisse nicht deutlich genug gemacht hat. Vielleicht haben sie zu viel von der Propaganda der Jugendaiija gehört, die davon spricht, wie wichtig für das Land das Hinüberbringen dieser Jugendlichen ist. Die Propaganda muß stärker darauf abgestelllt werden, wie wichtig für die Jugend eine frühzeitige Einordnung in den Arbeitsprozeß Palästinas ist. Gewiß wird dieser Gesichtspunkt auch jetzt schon erwähnt, aber er kommt zweifellos gegenüber dem ersteren zu kurz. Jugend, die in einen Kibbuz geschickt wird, muß wissen, daß die Arbeit für diesen erzieherisches Element für sie selbst ist, daß es etwas ganz großes für sie selbst bedeutet, wenn sie eingeschaltet wird in die direkte Aufbautätigkeit des Landes, die nirgendwo so selbstlos und zweckerfüllend getan werden kann, als im Räumen eines Kibbuz. Und ein ganz klein wenig Autoritätsgefühl darf auch der durch Jugendaiija ins Land kommenden jungen Generation gegenüber den seit Jahren ihren schweren Posten ausfüllenden Chawerim, den „Pionieren der Arbeit", nicht fehlen. 6

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