Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 9 (1937)
- Issue
- 2 (5.1937)
- Date
- 1937-05-01
- Page
- Seite 5 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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städtischer Arbeiter in die Moschawot, sind Hunderte gefolgt, auch solche, die andere, lohnendere, d. h. besser bezahlte Arbeit zeitweilig im Stich lassen mußten, um in den Pardessim auszuhelfen. Auch die Schuljugend der obersten Klassen beteiligt sich daran, wenn auch nicht gleichmäßig in allen Schulen. Bei der religiösen Jugendalija in Jerusalem und Haifa, sowie in Ir Ganim in der Haifa-Bucht ist man dem Ruf nach Hilfe für die Pardessim sofort gefolgt. Das Beth Zeiroth Misrachi (Iwdi-Heim) hat 10 seiner Mädchen in den Kibbuz Rodges geschickt, von I r Ganim sind 10 Jungens gekommen und auch der B n e A k i b a (entspricht dem Brith Hanoar in Deutschland) hat eine Anzahl Jugendlicher gestellt. Alle arbeiteten mit den Chawerim des Kibbuz gemeinsam in den Pardessim, die um Petadi Tikwa herumliegen. Man ist mit der Arbeit der Jugendlichen sehr zufrieden gewesen und es war eine Freude, wenn man abends um den Wagen des Kibbuz mit seiner Last von 20 Mädels und Jungens, die zwar müde, aber doch lustig singend, von der Arbeit kam, heimfahren sah. Nicht nur, daß die Arbeit von Juden igetan werden konnte, ist erfreulich, sondern auch die Tatsache, daß durch die gemeinsame Arbeit und das Leben der Jugendlichen im Kibbuz ein Band geschlungen wurde zwischen dieser doch etwas städtisch anmutenden Jugend und den auf dem Lande in rein ländlicher Arbeit stehenden Menschen. Man kann das Leben auf dem Lande nur verstehen und lieben lernen, wenn man es selbst am eigenen Körper erprobt hat, und es ist wichtig, daß man das Leben in einet ländlichen Chewra, von seinen Idealen entkleidet, eine Zeit lang selbst mitlebte. Es ist anzunehmen und zu hoffen, daß manch einer der Jugendlichen von diesem Katifausflug mit einer positiven, verständnisvollen Einstellung zum Kibbuzleben zurückkehrte, um sich nach beendeter Jugendalija-Zeit doch für das Leben auf dem Lande zu entscheiden. Jugendtreffen. An einem Schabbath der Katifzeit fand am Kibbuz Rodges ein Jugendtreffen statt. Außer den fünfzig dort lebenden Chawerim der Jugendalija waren noch fünfundzwanzig Katifhelfer anwesend, sowie dreißig Jugendliche aus S'de Jaakow, die auf ihrem Jahrestijul bei uns über Schabbath Station machten. Es bleibt ein Rätsel, wie unser Ohazran, der nicht aus seiner Ruhe zu bringende Mann, es fertig gebracht hat, alle unterzubringen, die Jugendlichen und die regelmäßigen zehn bis fünfzehn Schabbathgäste. Das große Chadar-Haochel, das leider noch immer ein fehlendes Bethaus ersetzen muß, war denn auch am Freitag abend bis auf den letzten freien Raum angefüllt. An die 300 Menschen werden wohl anwesend gewesen sein. Und mächtig schallte das von so vielen jugendfrischen Kehlen gesungene „L'cha dodi" in die Scharonebene hinaus. Und das „Sohalom Alejchem" klang in die Sternennacht hinein wie ein Triumphgesang der Arbeit nach der Werktagswoche an die ruhespendende Königin Sabath. Und es war fürwahr keine Kleinigkeit, alle mit Schlafplätzen zu versorgen und für alle Platz im Ohadar Ochel zu schaffen, aber es ist doch gelungen, denn jeder schränkte sich gerne ein, gab halbe Betten her für die Chawerim, man rückte noch enger zusammen im Speisesaal, und keiner sagte „zar Li hamakom" — ganz wie zur Zeit der großen Festesversammlungen in Jeruschalajim, als der Tempel noch stand —, nur die Ruhe war noch schwerer herzustellen, als es sonst der Fall ist, es ging zu, wie in einem Bienenschwarm. Satt bekommen hat man sie alle — wenn das kein Wunder war, dann gibt es heutzutage eben keine mehr. Und dann wurde gesungen, Semirot und Negunim ohne Ende, auch nach dem Tischgebet wurde weitergesungen. Und immer temperamentvoller wurde der Sang, immer rhythmischer die Negunim, und plötzlich schiebt man die Bänke und Tische bei 5