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Zion · 1937-05-01 · 2 (5.1937) · p. Seite 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
9 (1937)
Issue
2 (5.1937)
Date
1937-05-01
Page
Seite 3 (sequence 5)
Language
German
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35 Jahve 'Misrachi Von Landrabb. Blum, Emden. Wir sind ein Volk, eine Nation; wir haben trotz der fast zwei Jahrtausende währenden Galuth nie aufgehört ein Volk zu sein; wir sind ohne Land, ohne Staat, ohne Zusammenhang, ohne jedes äußere nationale Kennzeichen noch heute eine Nation. Das war das Grundlegende und Bedeutsame, das namentlich für die westeuropäische Judenheit gänzlich Neue, schier Unfaßbare, das der Zionismus vor 40 Jahren verkündet und von der Tribüne seiner Kongresse herab in die jüdische und nichtjüdische Welt hinausgerufen hat. Wir sind ein Volk eigener Art, eine Nation besonderer Prägung; wir sind ein G'ttesvolk, eine Gesetzesnation. Das ist das Ergänzende und Richtigstellende, für das der Misrachi seit 35 Jahren auf zwei Fronten kämpft: einmal innerhalb der Zionistischen Organisation gegen das Säkularisierende ihrer Ideologie und zum anderen Mal außerhalb der zionistischen Reihen gegen den Partikularismus und Separatismus der das Verantwortungsgefühl für das Volksganze verkennenden Orthodoxie. Für den Gedanken des G'ttesvolkes, für die Erfordernisse und Verbindlichkeiten der Gesetzesnation innerhalb der zionistischen Bewegung beim Aufbau Erez Israels zu werben und zu wirken, zu arbeiten und zu kämpfen, hat Rabbiner Reines r t vor 35 Jahren den Misrachi als religiöse Fraktion innerhalb der Zionistischen Organisation gegründet in der festen Hoffnung und sicheren Erwartung, dadurch die gesamte Orthodoxie der Zionistischen Bewegung zuzuführen und für den religiös-nationalen Aufbau Erez Israels zu gewinnen. 35 Jahre stiller, unermüdlicher, hingebender misrachistischer Arbeit — gewiß, berechtigter Anlaß zu innerer Besinnung und Selbstprüfung, begreifliches Verlangen, Rückschau zu halten auf die vergangene Zeit und Ausblick in die künftige Arbeit. Mit niederdrückender Enttäuschung auf der einen und mit stoller Freude auf der anderen Seite wird an diesem Jubiläum uns der Rückblick erfüllen. Es ist uns nicht gelungen, die gesamte Orthodoxie für unser Ideal zu gewinnen und an unsere Fahne zu fesseln, wir haben nicht erreicht, daß der Aufbau Erez Israels in allen Teilen und in jeder Beziehung thoragemäß geschah, daß das gesamte öffentliche und private Leben nach der ewigen, unumstößlichen Verbindlichkeit des Sinaigesetzes sich gestaltete, daß im vollsten, wahrsten, ureigensten Sinne des Wortes ein jüdisches Erez Israel entstand. Aber 35 Jahre sind eine kurze Zeitspanne im Leben eines Volkes, eine kurze Wegstrecke in der Wirksamkeit einer nationalen Bewegung. Volksmassen können nur langsam und allmählich erzogen, umgewandelt und umgestimmt werden, izumal wenn äußere und innere Verhältnisse hemmend und hindernd im Wege stehen. Durch G'ttes Wunder sichtbar geleitet, von einem Moscheh geführt, mußten unsere Väter doch 40 Jahre in der Wüste umherirren, mußte das ganze Geschlecht ägyptischer Knechtschaft aussterben, bis die in der Freiheit geborenen Kinder erst gewürdigt wurden, den Boden des verheißenen Landes zu betreten und auf den heiligen Fluren einen G'ttesstaat, den jüdischen Staat, zu gründen; und auch dann waren sie, wie die Geschichte zeigt und die Bibel berichtet, noch unvollkommen vorbereitet und ungenügend erzogen, und der Staat, den sie errichteten, war ungefestigt und ungesichert, nicht von Dauer und nicht von Bestand. Im Hinblick auf die — vor allem in religiöser Beziehung — noch weit, weit unvollkommener vorbereiteten Menschen, die in die zionistischen 5

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