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Zion · 1937-04-01 · 1 (4.1937) · p. Seite 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
9 (1937)
Issue
1 (4.1937)
Date
1937-04-01
Page
Seite 16 (sequence 18)
Language
German
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Der antike Seder. Von Rabb. Dr. H. G e s c h e i t, Berlin. Der hohen Bedeutung des Pessachfestes: für Volk und Land, Künder und Vermittler des Freiheittsgedankens zu sein, entsprach auch die im sogenannten Seder gipfelnde so überaus reich und sinnfällig ausgestaltete Feier, die Israel im eigenen Lande der Erinnerung an die Erlösung aus ägyptischer Knechtschaft geweiht hat. Solange der Heilige Tempel stand, war Jerusalem der Mittelpunkt dieses Festes, und bereits am fünfzehnten Adar ließen die Behörden die nötigen Weisungen ergehen, die während der Regenzeit unwegsam gewordenen Straßen in Stand zu setzen, um den Wallfahrern die Reise nach der Heiligen Stadt zu erleichtern (Schekalim 1,1). In Jerusalem selbst wurden Tempel und Altar frisch getüncht, um sich in festlichem Schmuck den frommen Pilgern zu zeigen. Erforderten die für das Fest auch sonst noch notwendigen Vorbereitungen einen gesteigerten Arbeitseifer aller Schichten der Bevölkerung,-so trug der Rüsttag des Pessach selbst bereits einen feiertäglichen Charakter. Im Landteil Juda durften nur bis zur sechsten (bei uns die zwölfte) Tagesstunde Arbeiten verrichtet werden; in Galiläa herrschte vom frühen Morgen an allgemeine Arbeitsruhe, bloß den Angehörigen der Schneider-, Schuhmacher-, Haarschneider-, Wäsche- und Kleiderreinigungsgewerbe war auch hier während der ersten Hälfte des Tages aus leichtverständlichen Gründen die berufliche Betätigung gestattet (Ps'achim 55 a). Durch die Straßen Jerusalems wogte am Erew Pessach eine festlich gestimmte Menge, deren Blicke dem Oelberg zugewandt waren, wo man seit Sonnenaufgang einen Mann hinter einem Pflug, in den zwei Kühe eingespannt waren, einherschreiten sah. Von dem Momente an, da die eine Kuh ausgespannt wurde, durfte kein Gesäuertes mehr genossen werden; wurde auch das zweite Tier ausgespannt, war die Zeit gekommen, das Chomez zu verbrennen (Ps'achim 13 b ff.). Dann begannen die Vorbereitungen für den Seder. Im Mittelpunkt des antiken Seder stand das Pessachopfer. Als Opfertiere dienten einjährige Widder oder Ziegenböcke. Nachdem das Tamidopfer des Nachmittags — am Rüsttag des Pessach um eine Stunde früher als sonst — geschlachtet war, wurden die Pforten des Tempelvorhofes weit geöffnet,und das vor dem Eingang des Heiligtums versammelte Volk drängte herein. Gewöhnlich wurde es in drei Gruppen geteilt. Es ist 1I*3 Uhr nachmitags geworden bis die zur ersten Gruppe gehörigen Frommen, die Opferlämmer auf dem Rücken, den Vorhof 16

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