Zion
- Journal
- Zion
- Volume
- 9 (1937)
- Issue
- 1 (4.1937)
- Date
- 1937-04-01
- Page
- Seite 14 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3133276-3139382-3139383--1163-3140684- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
•mögen dies zu bezeugen. Hilfe, Erlösung und Errettung konnten für Israel damals nur vom Himmel kommen. Und ferner die Erwählung am Sinai hat dem jüdischen Volke zwar große geistige Vorteile gebracht, aber auch selbstverschuldete Verbannung, und in der Verbannung soll Israel der Erlösung aus Ägypten gedenken, die nur mit Gottes Hilfe allein möglich ist. Menschen sind nur Werkzeuge in Gottes Hand. Die Erklärung Abarbanels zu dem Abschnitt „Mitchilah owde Awoda sara" ist besonders packend durch ihre Zeitnähe. Es heißt: Die Güter, die dem Stammvater Abram bei seiner Erwählung noch fehlten, sind auch Israel im Golus noch vorenthalten. Dem Sohne des Götzendieners Terach, Abram, fehlte zuerst der Glaube an Gott, später, als ihm Gotteserkenntnis zuteil geworden war, fehlte ihm ein Land, wo sich die Gottesbekenner anzusiedeln vermochten, und schließlich fehlten ihm eigene Nachkommen; denn Abram und Sarai waren anfangs kinderlos. Auch dem heutigen Juden im Golus fehlen diese drei Lebenselemente. Die Assimilation nahm ihm den Glauben, er entbehrt ein Land, wo er seinem Judentum leben kann, dessen er sich durch den Druck der Verhältnisse bewußt geworden ist. Und schließlich: Hat nicht die Assimilation dem Juden die •Freude an zahlreicher Nachkommenschaft geraubt? Dem Stammvater Abraham wurden diese drei Güter von Gott gewährt. Bevor aber seine Nachkommen das heilige Land in Besitz nehmen konnten, mußten sie in der Fremde, in Ägypten, schwer arbeiten. Und dies alles bekennt der Jude im obigen Haggada-Abschnitt und dieses Bekenntnis ist gleichsam ein Flehen, ebenso wie der wandernde Jakob von Gott erflehte, daß ihm, wie einst dem Ahnen Abraham, diese drei Güter zuteil werden mögen. Und damit soll es genug der Beispiele sein — im übrigen: „Geh und lerne." Streiflichter aus Erez Israel. Zu den Pessach-Halbfesttagen war ich nach Damaskus, der Hauptstadt Syriens, ausgeflogen und fuhr nun mit andern Juden, denen ich dort begegnet, im Mietauto wieder heim, durchs blühende Djolan Erez Israel zu. Schon hatten wir die „Brücke der Töchter Jakobs" überquert und das diesseitige Ufer des schäumenden Jordan erreicht, als stramm aufgerichtet, ein palästinensischer Polizist vor uns steht. Die Hand zum Salut an der Lammfellmütze, begrüßt der schmucke Bursch uns Landes- und Stammesbrüder mit „Schalom!" Das hindert ihn aber 14